26
Nov

Restaurantkritik Van in S-Vaihingen

Nachtrag

Nachdem ich nun einige Zeit nicht mehr im Van war und auf diversen Foren negative Einschätzungen gelesen habe, habe ich vor einigen Tagen dem Van mal wieder einen Besuch abgestattet, der leider bestätigte, dass das einst so ausgezeichnete Restaurant stark nachgelassen hat. Ich bestellte 2 typische Thai-Gerichte. Die Suppe mit Kokosmilch und Hühnerfleisch war  leicht versalzen war und aromatisch unausgewogen, als hätt hier niemand abgeschmeckt, das Thai-Curry dagegen ließ die Aromenvielfalt, die solche Currys ansonsten haben, komplett vermissen – es schmeckte fast wie beim Standardchinesen. Dazu funktioniert im Lokal offenbar der Abzug nicht: am nächsten Tag musste ich sämtliche Klamotten wegen des Fettgeruchs in die Waschmaschine geben. Sehr schade! Dabei ist das so eine schöne Lokalität. Rappelt Euch, Van! (13.12.2012)

 

Van. Schön sitzen und sehr gut essen: In dem Asia-Lokal unweit des Vaihinger Zentrums kann man beides

Asia-Lokal? Sind das nicht jene gastronomischen Schnellabfertigungsbetriebe, bei denen zwischen Thailand und China oft nicht mehr als eine Würzmischung liegt? Nicht im Fall des Restaurants Van in Stuttgart-Vaihingen. Denn Tuan Van, der das im Mai neu eröffnete Lokal nicht nur betreibt, sondern auch in der Küche verantwortlich ist, hat die spezifischen Zubereitungsarten der Gerichte aus Thailand, China, Kambodscha, Vietnam und Indonesien von der Pike auf gelernt. Dass sich der hohe Anspruch des gebürtigen Vietnamesen aber nicht nur auf die Qualität des Essens beschränkt, merkt man gleich Betreten des Lokals. Dessen Gestaltung ist von fast japanisch anmutender Ästhetik: schwarze Holztische und weiß gekalkte Wände, einzelne Elemente aus Bambusrohr, dazu Orchideen und eine dezente indirekte Beleuchtung – alles ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und fernab von jeglichem Asiakitsch.

Angesichts des reichhaltigen Angebots auf der Karte fällt die Auswahl schwer. Wir beginnen mit drei Vorspeisen: einer klassischen thailändische Suppe mit Hühnerfleisch (3,20 Euro), vegetarischen Herbstrollen (2,50 Euro) und Bo Luc Lac, einer vietnamesischen Spezialität: ein Salat aus mariniertem Rindfleisch (6,90) Euro), bei dem der angegebene Feldsalat allerdings – etwas unpassend – durch große Kopfsalatblätter ersetzt wurde. Ansonsten gibt es aber nichts auszusetzen. Dezent scharf und fein abgestimmt die Suppe, tadellos die kleinen Röllchen mit einem feinen, süß-sauren Dip, das Rindfleisch mürbe und bis in die Fasern von Gewürzaromen durchzogen.

Noch besser aber wird es bei den Hauptgerichten. Bekanntlich ist speziell die Thaiküche ja eine Schnellküche, bei der die Gerichte weitgehend standardisiert sind. Umso mehr kommt es auf die Ingredienzen und deren Zubereitung an, und da zahlt es sich aus, dass der Koch seine Currypasten selber stampft und nur frische Zutaten verwendet. Eine wahre Aromenexplosion ist die Ente mit Kokosmilch, Thai-Auberginen, Limettenblättern und Gemüse in Panang-Soße (12,90 Euro): die Röstaromen der knusprigen Kruste bilden einen wunderbaren Kontrast zu der fruchtig-frischen Soße, deren Schärfe von der Kokosmilch nur wenig gedämpft wird. Auch das Hühnerbrustfilet mit Kokosmilch, Süßkartoffeln und gelbem Curry (8,90 Euro) lebt vom Kontrast zwischen Süße und Schärfe, das Gemüse ist dazu auf den Punkt gegart. Die Nachtischauswahl beschränkt sich auf Klassiker wie gebackene Bananen mit Honig und Sesam (2,90 Euro) – wer´s mag. Ungewöhnlich ist dafür die kleine, feine Weinauswahl mit Empfehlungen, welcher Tropfen zu welchen Gerichten passt. Angesichts der moderaten Preise und des erlesenen Ambientes ist das Van ein echter Tipp.

Restaurant Van Katzenbachstrasse 46, 70563 Stuttgart-Vaihingen.

Tel. 70 72 72 92. Täglich geöffnet von 11 bis 15 und 17 bis 23 Uhr. Mittagsmenüs.

(Stuttgarter Zeitung)

 

Ein Kommentar vorhanden

  • Boogie
    30. Juli 2012 11:41

    Mittlerweile habe ich mehrmals im Van gespeist und kann sagen, das Preis/Leistungsverhältnis ist unschlagbar und das Ambiente angenehm modern und nicht kitschig. Es gibt an sich nichts auszusetzen, außer dem Lautstärkepegel des offenen Raums im vollbesetzen Lokal, der eine Unterhaltung am Tisch etwas anstrengend macht.

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