24
Okt

Das neue Programm der Füenf im Theaterhaus Stuttgart

Bock drauf!

Die Füenf

Die Füenf

Wenn man mal überlegt, wer es schaffen könnte, einen großen Saal wie das T1 des Theaterhauses nicht nur bis auf den letzten Platz füllen, sondern dabei auch von Kindern bis zu Großeltern alle Generationen zu versammeln und diese dann auch noch derart in Hochstimmung zu versetzen, dass sie am Ende stehend applaudieren, dann fällt einem so schnell niemand ein. Doch genau das gelang am Mittwochabend dem Gesangsquintett „Die Füenf“.
Seit nunmehr 17 Jahren gibt es die Vokalhumoristen aus dem Ländle und in dieser Zeit haben sich Justice, Pelvis, Memphis, Little Joe und Dottore Basso – wie sich sie sich mit Künstlernamen nennen – einen treuen Fankreis ersungen, der wohl auch bei der Premiere ihres neuen Programms „Bock drauf“ zum Großteil anwesend war. Nun war ihre letze CD „Phase 6“ ja schon ziemlich stark, sodass man sich fragen konnte, ob die Jungs für ihr neues Programm auch wieder genug zündendes Material gefunden haben? Haben sie.
Zwar gibt es im Verlauf des Abends auch die ein oder andere schwächere Nummer  – etwa „Bitch“ -, dafür aber auch einige Kracher, die das Zeug zum Klassiker haben: wie etwa die Werbeclip-Persiflage „Tsing Tao“, ein zwerchfellerschütternder vokaler Slapstick, oder die bissige Össi-Schelte „Weil ich ein Piefke bin“. Es gibt aber auch Stücke, die witzig sind und gleichwohl einen durchaus ernsten Hintergrund haben, die Mietproblematik für Ausländer zum Beispiel. Dafür haben die Füenf Ryan Paris´ “We´re living like in a Dolce Vita“ in „Wir nehmen leider nur deutsche Mieter“ umgetextet – ein bei den Füenf beliebtes Verfahren, mit dem sie an diesem Abend auch eine Auswahl bekannter Gassenhauer in ein Medley zum Lobe des Alkohols verwandeln. Umgekehrt geht’s freilich auch: man nimmt die Titel von Patrick-Lindner-Schlagern, mixt sie zusammen und hat flugs einen neuen Text zu einem volkstümlichen Schlager, der genauso sinnfrei ist wie die Originale. Dazu singt das Publikum den Refrain mit, der ausgedruckt auf den Sitzen bereitliegt: „Ein kleines Feuer, das dich wärmt…“ Was für ein Spaß! (StZ)

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