Beiträge der Kategorie ‘Audiophilie’

6
Jun

Tidal Piano G2

Meine erste Bekanntschaft mit TIDAL war anlässlich der High End 2013 (siehe Messebericht), damals spielte die Agoria an einer analogen Kette mit vier Impact Monoblöcken – es war vermutlich das einschneidendste Hifi-Erlebnis meines Lebens, denn eine ähnliche Transparenz, Livehaftigkeit und dynamische Differenziertheit hatte ich bis dahin noch nicht gehört. Wie meinem Blog zu entnehmen ist, musste im Anschluss meine Accuphase C3800 Vorstufe einem TIDAL Preos-D weichen, was meiner Anlage ein gewaltiges Plus auf Auflösung bescherte. Natürlich hatte ich auch damals schon mit TIDAL Lautsprechern geliebäugelt – die Anschaffungskosten  einer Agoria (68.000.- in Klavierlack schwarz) überstiegen allerdings meine finanziellen Möglichkeiten bei weitem, was auch für die ein Jahr später bei der High End präsentierte Neuauflage der Contriva galt. Nun gab es natürlich schon die Piano Cera und Piano Diacera, die beide einen exquisiten Ruf besaßen, da aber die Neuauflage der Piano schon angekündigt war, ließ ich´s erst mal gut sein – und war mit der Brodmann VC7 ja auch gut versorgt.

Nun ist es soweit: Eine neue Piano G2 in einem spektakulären Cloud Macassar-Furnier ist in meinem Studio vorführbereit.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Piano ganz seite

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Cloud Macassar

Cloud Macassar

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bassreflexöffnung

Bassreflexöffnung aus Edelstahl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Anschlussterminal

Anschlussterminal

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

1
Mrz

Das Dilemma der Audiomagazine

Eigentlich ist es ja toll, dass es sie gibt: denn auch die Hifi-Welt braucht schließlich Fachblätter, in denen Audiophile Infos über neue Produkte finden, wichtige Termine mitbekommen, Fachartikel über Hifi-Themen lesen können. Denn der Markt ist heutzutage völlig unübersichtlich geworden: die Hersteller weiten ihre Portfolios ständig weiter aus, neben den etablierten Gerätegattungen drängen Medienserver; DACs und DSP-Geräte auf den Markt. Noch extremer ist es auf dem Zubehörsektor, wo selbst Profis mittlerweile keinen Überblick mehr haben.

Viele Hifi-Fans (ich eingeschlossen) haben in ihrer Jugend  Audio, Stereoplay oder Stereo gekauft. Selbst wenn (oder gerade weil?) die meisten der darin vorgestellten Geräte und Lautsprecher nicht erschwinglich waren, bekam man große Augen angesichts wattstarker Monoblöcke oder riesiger Hornlautsprecher, für zuhause mussten es vorläufig der Dual-Plattenspieler und ein Paar Braun-Boxen tun. Dann kamen, euphorisch begrüßt, die ersten CD-Spieler, womit sich ein ganz neuer Markt auftat (ich erinnere mich, dass ein Magazin – war es Stereoplay? – eine ganze Zeitlang sämtliche CD-Player in die Rubrik „absolute Spitzenklasse“ einsortierte, das hat man dann irgendwann gelassen…), andere Gattungen, wie Cassettenrecorder, verschwanden vom Markt. Für mich zumindest besaßen die Magazine damals noch eine erhebliche Glaubwürdigkeit: selbst wenn man wusste, dass sie sich überwiegend durch Anzeigen finanzierten, nahm ich die Tests doch weitgehend für bare Münze.

Doch auch wenn das Internet die Printmagazine mittlerweile einiges an Auflage gekostet hat, so spielen die Audiomagazine nach wie vor eine wichtige Rolle in der Szene – vor allem wegen der Testberichte, von denen sich der Leser Orientierungshilfen erwartet. Bei mir freilich ist es mittlerweile so, dass mein Misstrauen gegenüber den Audiomagazinen in den letzten Jahren beständig gewachsen ist. Das liegt sicher daran, dass ich mittlerweile einen ganz guten Überblick über die Szene habe und viele der getesten Geräte schon selbst gehört habe. Und leider kann ich vieles von dem, was die Audioblätter so schreiben, nicht mehr nachvollziehen.

Es ist ganz egal, welches Heft man durchblättert, ob AUDIO, STEREO, Stereoplay oder Fidelity. Mir drängt sich der Eindruck auf, dass Testberichte  immer mehr im Stil von Werbeanzeigen verfasst werden. Die Produktbeschreibungen werden immer ausführlicher, die Klangcharakterisierungen dagegen immer knapper. Und am Ende findet sich in der Regel das Resumee, was für ein tolles Gerät das doch ist. Wenn überhaupt noch Kritik geübt wird, dann durch die Blume. Ähnlich wie bei Arbeitszeugnissen hat sich eine Art sprachliche Camouflage etabliert, bei der man zwischen den Zeilen lesen muss, um die versteckte Botschaft zu entschlüsseln. Ein „zurückhaltender Hochtonbereich“ etwa heißt: das Ding klingt matt, eine „angenehm warme Grundtonfärbung“ lässt auf tonale Unausgewogenheit schließen.

Aber ehrlich: muss das sein? Kann man als Leser nicht erwarten, dass, zumindest in gewissem Rahmen, Klartext gesprochen wird? Dass man für den Heftpreis ehrliche Informationen bekommt?

Aus dem Heftpreis freilich wären die Magazine nie und nimmer zu finanzieren. Denn die Verlage verdienen ihr Geld in erster Linie über die Anzeigen – würde man auf diese verzichten, wäre der Preis für ein Heft so hoch, dass es keiner kaufen würde. Die Hersteller und Vertriebe aber, die pro Heft mehrere Seiten für Zigtausende Euros buchen, machen das nicht ohne Gegenleistung: sie erwarten dafür wohlwollende Testberichte. Und die bekommen sie.

Denn ihre Macht ist groß, schließlich geht es um jährliche Anzeigenbudgets im sechsstelligen Bereich. Mit denen kann man den Verlagen mächtig Druck machen. Im Ergebnis bedeutet das, dass es kein Tester mehr wagen kann, ein Produkt von einer der teuer beworbenen Marken ernsthaft zu kritisieren. Bloß: will man das noch lesen?

Für die Redaktionen ist es ein Spagat: auf der einen Seite steht der Leser, der seriöse und ehrlich recherchierte Berichte erwartet. Auf der anderen Seite stehen die Firmen, die mit guten Tests werben wollen und dafür eine Menge Geld in Anzeigen stecken. Bleiben die Leser weg, verpuffen auch die Anzeigen, bleiben die Anzeigen weg, geht das Blatt pleite. Eine verfahrene Situation, die auch für jene Hersteller von großer Bedeutung ist, die sich diesem Spiel verweigern wollen: Denn wer in den Magazinen gar nicht inseriert, wird entweder gar nicht „getestet“ oder läuft – noch schlimmer – Gefahr, bei Vergleichstests mit renommierteren Konkurrenten als Kanonenfutter zu dienen. Und dann wird es besonders schwer, gerade auf dem dicht besetzten deutschen Markt. Denn auch die Händler nehmen lieber Produkte ins Programm, die bekannt sind: „Vorverkauft“ lautet der Fachterminus für Geräte, die vom Kunden nach vorausgegangenen, massiven Joint Ventures von Audiopresse und Hifi-Firmen quasi blind gekauft werden. Für Händler wie Hersteller der Idealzustand.

Immerhin: es gibt Magazine wie etwa „Fidelity“, denen man zugutehalten muss, dass sie wenigstens den Unsinn mit den Bestenlisten nicht mitmachen. Und auch wenn sich Kritik in deren Tests nur in homöopathischen Dosen findet so spüre ich in deren Berichten doch eine fundiertere Beschäftigung mit der Materie. Das gilt auch für Onlinemagazine wie fairaudio oder hifistatement, selbst wenn diese grundsätzlich den gleichen Zwängen unterliegen wie ihre Printkollegen. 

 

 

 

9
Jun

Messebericht High End 2014

 

Noch nie war ich so gespannt auf eine Hifi-Messe wie dieses Mal, hatten sich doch noch nie so viele interessante Aussteller angekündigt. Ich hatte mir sogar 3 Tage Zeit genommen, um auch einen großen Teil davon abklappern zu können – geschafft habe ich dann doch nicht alles. Aber der Reihe nach.

Bevor ich mich an die Liste meiner Pflichtbesuche machte, ging ich erstmal so auf gut Glück los – schließlich stößt man ja manchmal auch aus Zufall auf interessante Sachen. Also rein in den
Raum von

Estelon

Estelon Extreme

Estelon Extreme

Wie der Firmenname schon andeutet (Estonia), stammt die Boxenschmiede aus Estland. Nach München hatten sie ihr Topmodell Extreme mitgebracht, ein mannshohes, aus 2 Modulen zusammengesetzes Trumm, das optisch etwas gewöhnungsbedürftig war und von Vitus Elektronik befeuert wurde. Die Chassis stammen von Accuton, und wie der Vorführer betonte, konnte man je nach Musikgeschmack die Raumabbildung in der Höhe verändern: Klanglich nachvollziehen konnte ich es nicht so richtig, dafür fiel mir auf, dass die Lautsprecher trotz ihrer Imposanz dynamisch irgendwie gedeckelt, nicht wirklich frei klangen. Die Stimme einer Sängerin war eindeutig zu hell timbriert, dafür fuhren einem bei einem Stück mit elektronischer Musik die (Sub-)Bässe mächtig in den Magen. Nun ja.

Dann ein kleiner Abstecher zu

dCS

dcs mit Wilson

dcs mit Wilson

Der Digitalspezialist führte seine Komponenten mit Endstufen von D´Agostino und Lautsprechern von Wilson vor. Eine Anlage, die sicher mehrere Hunderttausend Euro kostet, deren verwaschenes, belegtes Klangbild aber sehr enttäuschte. Hoher monetärer Aufwand ist kein Garant für guten Klang.

Sonus Faber

Sonus Faber Amati

Sonus Faber Amati

Ebenfalls mit Elektronik von D´Agostino, dem neuen Vollverstärker nämlich, spielte in der Vorführung von audio components die Sonus Faber Amati. Ich habe hier ziemlich lange zugehört, da ich dem Erfolg dieser Lautsprecher, die mir rein optisch gut gefallen, ein bisschen mehr auf die Spur kommen wollte: ich kann tatsächlich gut verstehen, warum das vielen gefällt. Es ist ein angenehmer, durchaus hoch aufgelöster  Klang, den man vielleicht als süffig bezeichnen könnte. Die Bässe sind rund, (etwas zu füllig für mein Empfinden), dafür die Höhen etwas gemildert, ohne matt zu sein. Es gibt zweifellos neutralere Lautsprecher, die die Musik unverfälschter transportieren. Aber nicht alle mögen das.

Big is beautiful

Big is beautiful

Gespart wurde nur am Kabel

Gespart wurde nur am Kabel

Nur den Kopf schütteln konnte man freilich bei der wohl befremdlichsten Vorführung der gesamte Messe: hier liefen insgesamt sieben (!) fette  McIntosh Endstufen an einer Sonus Faber, ich glaube der AIDA, in der Mitte ein Bigscreen. Darauf liefen einige Musikvideos, manchmal auch nur Musik, sofern man den ohrenbetäubenden Krach so bezeichnen möchte. Angeschlossen waren die Lautsprecher allem Anschein nach mit Kabel-Meterware – was letzlich auch konsequent war, klang es doch wie eine miese PA-Anlage. Mich packte nach ein paar Minuten der Bloß-raus-hier-Reflex.

Tannoy/Straussmann

Boom, boom!

Boom, boom!

Ebenfalls eher was für Hartgesottene war die Vorführung der Tannoy Westminster mit Elektronik von Straussmann. Diese Vorführung war quasi der Gegenentwurf zum zeitgeistigen Design-Hifi von Devialet & Co: eine Wucht die mächtigen Holzaltare von Tannoy mit dem prominent angebrachten Riesenwoofer im Zentrum, dazu passten die nach industrieller Frühzeit  aussehenden  Art Déco-Geräte von Straussmann. Ein auf seine Art konsequentes Retro-Fest mit Lautstärke im gefühlten dreistelligen db-Bereich. Boom, boom! Aber Achtung: Nur für harte Männer!
Weicheier wie ich verzogen sich da schnell in agreablere audiophile Zonen, etwa in den Raum von

Franco Serblin

Franco Serblins "Ktema"

Franco Serblins „Ktema“

Der Gründer von Sonus Faber, im letzten Jahr verstorben, baute nach dem Verkauf seiner Firma in eigener Regie weiter Lautsprecher: die Modelle Ktema und Accordo. Erstere, eine wunderschön gemachte Vier-Wege-Box in ungewöhnlicher, nach hinten konkav zulaufender Form, wurde mit super-exklusiver Röhrenelektronik der Schweizer Firma Amati betrieben und zählte für mich zu den herausragenden Vorführungen dieser Messe. Bemerkenswert war nicht bloß, dass auch das vorgeführte Musikmaterial abseits des üblichen Messe-Mainstreams war: das war endlich mal kein verfärbtes, auf Effekt getrimmtes Hifi, sondern eine ungemein realistische, klangfarbentreue und extrem hoch aufgelöste Wiedergabe, die mir sehr gut gefiel.
Der Preis für die Ktema ist beachtlich: 27.500 – in Relation zu manch völlig überteuertem Zeug auf der Messe aber durchaus angemessen.

Grimm

Einen ebenfalls guten Eindruck hatte ich von Grimm. Der holländische Hersteller baut Aktivboxen, die etwas merkwürdig altbacken aussehen, deren Design aber ausschließlich akustische Gründe hat. Nun bin ich, zugegeben, eigentlich kein großer Aktiv-Fan, und wenn ich DSP höre, gehen bei mir die Alarmlampen an, denn in der Regel ist das klangliche Ergebnis technisch und künstlich. Die Entwickler der Grimm LS1 aber scheinen es hingekriegt zu haben, den Frequenzgang so zu harmonisieren, dass es sehr natürlich, räumlich, gut aufgelöst und feindynamisch klingt. Einzig die Bassqualität empfand ich auf eher durchschnittlichem Niveau, und etwas körperhafter geht es sicher auch noch. Der Preis ist mit 25.000 Euro hoch, aber für das Gebotene durchaus angemessen.

MBL

Edelelektronik, goldbeknöpft

Edelelektronik, goldbeknöpft

Reingeschaut, bzw. -gehört habe ich wieder mal bei MBL. Ich kenne ja ziemlich viele, für die die MBL-Vorführungen immer die absoluten Messe-Highlights darstellen, nicht zuletzt deshalb wollte ich mir einen aktuellen Eindruck verschaffen. Meine Einschätzung von deren Produkten, zumindest von den vorgeführten, hat sich aber auch nach dieser Hörsession nicht geändert: Das ist gutes Hifi zu absurden Preisen, das bei mir keinerlei Haben-Wollen Reflex auslöst. Am überzeugendsten war die Vorführung einer Orgelaufnahme, das brauste schon sehr imponierend und füllte mächtig den Raum – wie in einer Kirche. Nun benötigt eine Orgel aber auch wenig räumliche Definition, und die folgende Solocelloaufnahme brachte dann die Defizite dieser Kette schonungslos ans Licht. Der Bass einfach viel zu dick aufgetragen, vor allem die Höhen nicht gut aufgelöst – die typischen Anstreichgeräusche des Bogens waren kaum zu hören. Noch unrealistischer klang eine Trompete: fett und viel zu groß, fast mit dem Timbre eines Tenorsaxofons.
Was die Preisgestaltung und die Optik anbelangt, so schein man bei MBL aber ohnehin weniger den typischen Audiophilen im Visier zu haben, sondern eher auf gut betuchte russische, bzw. arabische Kundschaft zu setzen. Die Radialstrahler kosten allein 190.000.-, die weißen Elekronikkomponenten  zwischen 20.000.- und 40.000.-. Dafür haben sie auch Goldknöpfe.

Soulution/Magico

Nervig: Magico

Nervig: Magico

Auch die Vorführung des Schweizer Herstellers von Edelelektronik Soulution zusammen mit Lautsprechern von Magico beeindruckte vor allem mit hohen Preisen. Die Qualität der Elektronik war allerdings kaum zu beurteilen: denn an diesen in der Fachpresse völlig überbewerteten Lautsprechern klingt wahrscheinlich keine Elektronik gut: die Box nervt einfach mit zischeligen S-Lauten, den Schärfen im Hochton und dem merkwürdig gedeckelten Klangbild, das sich nicht von den Membranen lösen will.  Ob´s vielleicht auch an der Vovox-Kabeln lag?

En passant

Hier wie immer noch ein paar Kurzeindrücke.
Wie immer auf hohem Niveau war die Vorführung bei TAD: extrem sauber, detailliert, dass ich davon dennoch nach kurzer Zeit genug hatte, lag vermutlich an dem etwas technischen, leicht sezierenden Grundklang. Obwohl es eigentlich objektiv nichts zu meckern gab war das eine Anlage, bei der ich nicht wirklich entspannen konnte.  Wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass das menschliche Ohr sehr sensibel auf Störungen reagiert – selbst wenn der Verstand nichts auszusetzen hat, besitzt der Gehörsinn sein eigenes Verständnis von tonaler Wahrheit.

Sauber, aber technisch: TAD

Sauber, aber technisch: TAD

 

 

 

 

 

 

Ähnliches würde ich von Nubert sagen, deren Hörraum einer der am besten besuchten der gesamte Messe war. Ja, der Schorndorfer Hersteller hat sich ein treues Stammpublikum erarbeitet, was nicht von ungefähr kommt: denn das ist zwar nicht der audiophile Traum, aber gutes Hifi ist es allemal – und das, anders als bei TAD, zu sozialverträglichen Preisen.

Nichts Wertendes werde ich über die Vorführungen von TIDAL und Brodmann Acoustics schreiben, biete ich doch die Produkte beider Firmen in meinem Studio an. Allenfalls sei erwähnt, dass TIDAL sein neues Lautsprechermodell Contriva G2 vorgestellt hat und Brodmann seine Lautsprecher mit der sehr avancierten Elektronik von Thrax präsentierte. Auf die Neuauflage der Piano Cera von TIDAL (die dann Piano G2 heißen wird) muss man dagegen offiziell noch bis nächstes Jahr warten – mit etwas Glück aber ist sie bereits im Herbst in meinem Studio zu hören.

Große Boxen, kleiner Raum: Marten

Große Boxen, kleiner Raum: Marten

Eine superteure Anlage hatte auch der schwedische Hersteller Marten in einem viel zu kleinen Raum aufgebaut. Über die Qualität kann man ehrlicherweise nicht viel sagen, da die Monsterlautsprecher Coltrane Supreme 2 (Preis über 230.000.-) wohl einen weitaus größeren Hörabstand benötigt hätten als hier möglich war. Die Elektronik kam von darTZeel, verkabelt war mit Strippen von Jorma Design, und den Strom lieferte ein Power Conditioner von Gigawatt.

Ordentlich klang auch die Vorführung von Devialet mit Lautsprechern von B&W, wenn man mal von den bekannt aufgedickten Bässen dieser Lautsprechermarke absieht.

The Vario`s

Hifi macht Spaß: The Vario´s

Hifi macht Spaß: The Vario´s

Und auch was richtig Lustiges gab es auf dieser High End, das ich keinesfalls unter den Tisch fallen lassen möchte: The Vario´s nennt sich die italienische 3-Mann-Firma, die die wohl originellsten und lustigesten Lautsprecher der Welt baut – eigentlich eher Designobjekte, die darüberhinaus aber gar nicht mal schlecht klingen. Diese Skulpturen vermitteln sogar eine Botschaft, die sich manch verbissener High End Fanatiker mal hinters gestresste Ohr schreiben könnte (da will ich mich selber gar nicht ausnehmen…): Letztendlich geht es darum, Freude zu haben an der Musik. Und etwas Spaß kann nie schaden.

13
Mrz

Ein Vergleich der Lautsprecherkabel Jorma No. 3 und Jorma Unity

Dieser Text ist ein Gastbeitrag von Andreas Rulle

Ich habe fertig!

Gleich vorweg: Das Jorma No. 3 halte ich persönlich für ein sehr gutes Kabel. Und wenn man das Preis-, Leistungsverhältnis betrachtet dürfte es wohl schwer zu toppen sein.

Dennoch trifft das Unity den Ton schlichtweg noch besser. Hört man beide Kabel nicht im direkten Vergleich, fehlt beim No. 3 scheinbar zunächst nichts. Hörprofis mag auffallen, dass das No. 3 im Vergleich zum Unity etwas grob klingt, vielen Musikliebhabern dürfte das aber durchaus gut gefallen. Die Musik scheint mit dem No. 3 etwas mehr Attacke zu haben, doch ausgewogener und im Wortsinne stimmiger spielt das Unity. Wie sich das Kabel in einer Kette für weit über 50.000 Euro präsentiert ist bereits im Blog beschrieben worden. Ich habe beide Kabel an einer „kleinen“ Accuphase-Kombi verglichen und kann feststellen, dass die Jorma Unity Lautsprecherkabel auch in dieser vergleichsweise günstigen Kombination gut investiertes Geld sind und dem Hörer einen gewaltigen Klanggewinn bescheren. Damit habe ich nicht gerechnet. Vor allem bei akustischer Musik, also bei Klassik und Jazz ist das schlicht wunderbar.

Ich halte es für gut möglich, dass auch andere, vergleichbare Elektronik ähnlich auf die Kabel anspricht. Wesentlich teurere Elektronikanschaffungen kann man sich da unter Umständen sparen.

Gerne möchte ich noch bei Gelegenheit das Unity mit dem nochmal deutlich teureren Origo vergleichen. Zurzeit „habe ich aber fertig“ und freue mich an meinem Neuerwerb.

28
Jun

Bewertungsposse beim Audiomarkt

Als ich vor kurzem mein Bewertungsprofil beim audiomarkt aufrief, war ich sehr verwundert. Musste ich doch folgendes lesen:

Am Dokus_0001

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sehr merkwürdig. Denn weder hatte ich in den letzten Monaten dort etwas verkauft, und auch auf meine Suchanzeige für einen PS-510 hatte sich kein ernsthafter Anbieter gemeldet. Was war also passiert?

Wie leicht herauszukriegen war, verbarg sich hinter dem Kürzel bmh911 ein Hifi-Händler aus Berlin – als „der Accuphase-Papst“ wird er auf seiner Website bezeichnet – vor dem ich vor einiger Zeit eine Accuphase-Vorstufe gekauft hatte. Der Unfehlbare hatte sie im audiomarkt mit und ohne Phonoteil angeboten, und da ich keinen Plattenspieler besitze, bestellte ich sie ohne. Den fehlenden Abschlussdeckel für die ausgebaute Platine wollte er mir  umgehend nachsenden, eine Aussage, die allerdings nur mündlich geäußert wurde. Nun war der Deckel auch nach 3 Wochen immer noch nicht da, worauf ich nochmal in Berlin nachfragte: Ach, der Deckel, ja, der Herr Fegers von der PIA suche schon danach, ich solle mich noch eine Woche gedulden. Gerne. Geduld ist eine Tugend.
Nach einer Woche aber immer noch kein Deckel. Erneuter Anruf, und nun wurde der Ton plötzlich sehr unfreundlich. Was ich denn habe, moserte er, schließlich würden die Ersatzteile nicht mehr produziert, keine Ahnung, ob er einen auftreiben könne, er könnte mir ja einen „in seiner Motorradwerkstatt basteln“. Zack, aufgelegt.
Nun hatte ich also eine Vorstufe mit einem Loch und offenen, langsam einstaubenden Kontakten, worauf ich als letztes Mittel – was sollte ich machen? – dem unfreundlichen Verkäufer androhte, ich würde den Fall auf meiner Website schildern.
Und siehe da, einige Tage später kam eine Mail mit folgender Betreffzeile:

Info: Schrauben und Deckel sind heute per Post raus.

Geht doch, dachte ich. Was aber nicht kam, waren Deckel und Schrauben. Versandnummer? Gebe es leider nicht. Er habe sie als Brief geschickt.

Nun traue ich der Post einiges zu. Dass aber eine Sendung auf dem Weg von Berlin nach Stuttgart einfach verschollen sein soll – never.

Nach dieser insgesamt sehr unerfreulichen Begebenheit nun verpasste ich dem Herrn im audiomarkt eine negative Bewertung mit dem ausdrücklichen Rat, Abmachungen mit ihm am besten schriftlich zu fixieren. Dafür, so dachte ich, ist so ein Bewertungsportal ja schließlich da.

Nun hätte mir der Unfehlbare ja im Gegenzug ebenfalls eine schlechte Bewertung für die Transaktion geben können: „Unverschämtheit! Verlangt Deckel, die nicht mehr hergestellt werden“ vielleicht, oder „Ruft mehrmals während meiner Arbeitszeit an!“.

Stattdessen aber behauptet er, von MIR etwas gekauft zu haben, bei dem seinerseits „das Zubehör fehlte“. Und nicht nur das. Offenbar beauftragte er auch noch einen Bekannten, ebenfalls ein Bewertungsfake abzugeben: denn wie leicht zu recherchieren war, verbirgt sich hinter dem Verkäuferkürzel phono21, der mir angeblich einen PS-510 angeboten hatte, ein anderes Hifi-Studio aus Berlin, dessen Geschäftsführer sich nicht zu schade war, sich für ein solches Spiel einspannen zu lassen.

Es ist vermutlich nachzuvollziehen, dass ich darüber alles andere als amused war, nicht zuletzt, da ich den vergangenen Jahren niemals irgendwelche Probleme im Zusammenhang mit audiomarkt-Transaktionen hatte. Nachdem ich Herrn Brings vom audiomarkt den Sachverhalt geschildert hatte, löschte er die offensichtlichen Falschbewertungen.

Damit war aber immer noch nicht Schluss.

Denn 2 Tage später fand sich schon wieder eine neue Bewertung auf meinem Profil.

 

Am Dokus_0002

Das war nun schon unfreiwillig komisch, nicht nur wegen des Grammatikfehlers: denn dass mündliche Vereinbarungen nicht eingehalten werden, stimmt ja durchaus! Und weiterempfehlen muss er einen aufsässigen Kunden wie mich ja wirklich nicht.
Auf meinen Einspruch jedenfalls löschte Herr Brings vom audiomarkt auch diesen Eintrag – wie man überhaupt sagen muss, dass dieser sich sehr korrekt verhalten hat, wenngleich ihm diese Posse ja anmuten musste wie ein Kleinkinderstreit.

Das war´s aber immer noch nicht!

Nicht nur, dass ich in der Zwischenzeit feststellte, dass meine negative Bewertung des Händlers gelöscht wurde, sie wurde auch noch durch eine positive ersetzt, und zwar von einem User mit dem folgenden Profilnamen – Achtung, gut festhalten!

Am Dokus_0003

Wow. Das bedeutet, dass der werte Accuphase-Papst hier wohl ein eigenes audiomarkt-Profil mit meinem werten Namen eröffnet hat, um sich selber zu bewerten. Zuviel der Ehre.

War´s das?

Nein. Ehrlich gesagt hatte es mich nicht mehr überrascht, am folgenden Tag dann folgendes zu lesen:

 

Am Dokus_0004

Die Perfidität dieses Eintrags liegt natürlich darin, dass er eine vorsätzliche Indiskretion, nämlich die Nennung meines vollen Namens, hinter einer positiven Bewertung zu verstecken trachtet. Bezogen hatte sich dieser Eintrag auf mein PS-510 Gesuch (!!), weshalb ich den armen Herrn Brings vom audiomarkt nochmals einschalten musste, worauf dieser mein Profil erst einmal für weitere Bewertungen gesperrt hat.

Bei pk4711 handelte es sich übrigens – das hatte ich schon vermutet – um einen ganz neuen Benutzer. Wer sich dahinter verbirgt, und woher dieser meinen Namen kannte, darüber kann man natürlich nur spekulieren.

Auch Unfehlbare machen eben manchmal Fehler.

 

 

 

21
Jun

TIDAL PREOS-D

Wie ich auf meinem Bericht von der High End 2013 in München beschrieben habe, war ich von der Vorführung der Firma TIDAL AUDIO stark beeindruckt: eine Gesamtperformance, wie ich sie in dieser Perfektion noch kaum einmal – vielleicht noch nie – gehört habe. Frappierend war dabei vor allem die ungeheure Durchsichtigkeit des Klangbilds, eine fast schon unheimliche Neutralität, die sich weit von allem anderen abhob, was sonst so auf der Messe zu hören war – Brodmann  ausgenommen, die ihre Lautsprecher allerdings klanglich nur suboptimal präsentierten.

TIDAL AUDIO PREOS-D

TIDAL AUDIO PREOS-D

Auf jeden Fall nahm ich mal Kontakt auf zu Jörn Janczak, dem Gründer und Chef von TIDAL, dessen Firma in Hürth bei Köln sitzt. Am Telefon wurde schnell klar, dass wir, was die Ansichten über Hifi anbelangt, auf der gleichen Wellenlänge sind – was mich angesichts der Vorführung auch nicht wunderte. Auf jeden Fall schlug mir Herr Janczak vor, doch mal eine seiner Vorstufen auszuprobieren.

Vorstufe, nun gut. In meinem Bericht über die Accuphase C-3800 habe ich ja meiner Begeisterung über dieses Gerät ausreichend Ausdruck verliehen, das immerhin als eine der weltbesten, wenn nicht als DER beste Vorverstärker überhaupt gilt. Die C-3800 würde ich behalten bis ans Ende meiner Hifi-Tage. Dachte ich.

Jedenfalls kam ein paar Tage später ein Flight Case mit dem Preos-D an – ja tatsächlich, die OVP von TIDAL Geräten sind massive Flight Cases, die wahrscheinlich einen Sturz vom Hochhaus überstehen würden. Darin war ein schwarzes Kästchen mit einem Anschaltknopf, einem Lautstärkeregler und einem Eingangswahlschalter: der Preos-D.

Der heißt so, weil er, im Gegensatz zum Vorgängermodell Preos, auch einen integrierten D/A Wandler hat. Davon aber später mehr. Jedenfalls schloss ich den Preos-D mal über Cinch (XLR-Eingänge besitzt er nicht) an meinen DP-700 und dann symmetrisch an die M-2000 an, nicht ohne hier zuvor die Phasenlage umzukehren – Accuphase verwendet bekanntermaßen eine andere XLR-Belegung.

Was dann passierte, damit hätte ich niemals gerechnet. Denn es war, als ob man nicht nur einen, sondern gleich mehrere Schleier weggezogen hätte: meine Brodmann VC7 lebten förmlich auf, das Klang besaß plötzlich eine ungekannte Transparenz, bis in den letzten Winkel durchhörbar und aufgefächert, als könnte man in den Aufnahmeraum regelrecht hineinsehen, bzw. -hören. Ich legte, wie immer in solchen Fällen, einige meine Lieblings-CDs ein, die ich seit Jahren in- und auswendig kenne: „My Song“ von Keith Jarretts Quartett mit Jan Garbarek aus den 70er Jahren, Billy Joels „Turnstiles“, auch einige Klassik-CDs aber der Eindruck blieb immer derselbe. Als hätte man die letzten Unschärfen aus dem Klang entfernt, erschienen Stimmen und Instrumente völlig realistisch, in ihren natürlichen Dimensionen. Mehrere Querchecks mit der C-3800 bestätigten das Ergebnis. Die C-3800, so unwahrscheinlich mir das zunächst selber schien, legt tatsächlich eine Art Weichzeichner über den Klang, zoomt sie dezent auf, sodass das Klangbild etwas fülliger, runder wird. Es ist im Grunde dasselbe, was ich in meinem Hörbericht über die A-200 geschrieben habe. Nicht dass das nicht gut klingen würde, ich vermute gar, dass viele Hörer diesem farbigen Klang den Vorzug geben würden. Aber das ehrlichere, in meinem Verständnis audiophilere Klangbild vermittelt der Preos-D.

Und damit nicht genug. Denn auch der Vergleich der Wandler des DP-700 mit dem DAC des Preos brachte dasselbe Resultat: nicht in dem Umfang wie bei der Vorstufe, aber dennoch deutlich wahrnehmbar, ist auch die Auflösung des Preos-DAC dem Wandler des DP-700 überlegen.

Ich muss zugeben, dass ich einigermaßen erschüttert war, nicht zuletzt deshalb, als ich von der Neutralität von Accuphase eigentlich immer überzeugt war. Aber Accuphase-Geräte besitzen – das macht der Vergleich deutlich – offenbar eine klangliche Signatur, die darin besteht, den Klang etwas runder, voller zu machen, ein kleines bisschen anzufetten.

So äußerlich unspektakulär der Preos wirkt, der Aufbau hat es in sich. Er hat nicht nur eine integrierte Stromreinigung, sodass der Einsatz von Power conditionern überflüssig wird (ja, sie wirken sogar als Dynamikbremse, ich habe es ausprobiert), auch eine referenzverdächtige Phonovorstufe ist mit an Bord. Der Listenpreis des  Preos-D liegt bei knapp über 23.000 Euro, was viel ist. Doch die C-3800 kostet in Deutschland 31.000, und das ohne DAC, Stromaufbereitung und Phonoteil. Allerdings mit Holzgehäuse.

Wichtig: Da ich seit Ende 2013, mein eigenes Wohnraumstudio concert audio betreibe und damit eine Vermischung von privaten mit geschäftlichen Interessen nicht auszuschließen ist, habe ich mich daher entschlossen, diesen privaten Audiophilie-Blog ab 2014 auf allgemeine Themen zu beschränken, d.h. es gibt von mir keine weiteren Beiträge über Produkte mehr  – diese stehen ab jetzt auf meinem Blog auf concert audio.
Kommentare von Lesern können natürlich weiterhin gepostet werden.

 

 

2
Jun

High End München 2013

Stimmen Stimmen?

 

Ein persönlicher Bericht von der High End Messe in München 2013

 

Nachdem mir im Vorjahr die Zeit zu knapp wurde, um auch nur jene Aussteller abzuklappern, die ich mir vorgenommen hatte, plante ich diesmal großzügiger: einen knappen Nachmittag und den ganzen folgenden Tag hatte ich zur Verfügung. Das sollte reichen – dachte ich.
Aber leider hatte ich nicht damit gerechnet, dass Ohren keine grenzenlos belastbaren Organe sind: nach ein paar Stunden in wechselnden Hörstudios stellen sie zwar ihre Funktion nicht ein, melden dem Großhirn aber eindeutig den Zustand von Überforderung. Dann braucht auch der willigste High Ender eine Pause.

TAD

036

Teuer und gut: TAD

Einige Hersteller wollte ich aber auf jeden Fall besuchen, darunter auch die Firma TAD, ein Kürzel für „Technical Audio Devices“. Das ist eine Tochterfirma von Pioneer, die sich vor allem in der Studioszene einen Namen gemacht hat, seit einigen Jahren aber auch das klassische Home Hifi Segment mit hochpreisigen Produkten bedient.
In München hatten sie eine Kette mit dem Teuersten aufgebaut, was der Katalog hergibt. Allein die Lautsprecher Reference One kosten 70.000 €, für die Monoblöcke M600 und die Vorstufe C600 sind zusammen nochmal über 90.000 hinzulegen, und auch der CD-Spieler D600 schlägt mit satten 31.000 zu Buche. Damit ist auch der Anspruch definiert: das sollte Ultra High End sein. Und das ist es auch.
Die Kette spielte ungemein sauber und körperhaft, mit einem auf einnehmende Art unspektakulären Klang, der sich auf einem präzisen wie dezenten Bassbereich aufbaut. Signifikant, dass diese Vorführung – im Vergleich zu den meisten anderen – gar nicht besonders laut war, denn das brauchte sie gar nicht, konnte man doch schon in besserer Zimmerlautstärke jedes Detail hören. Die ersten Hörbeispiele waren Jazz, der wirklich sehr realistisch klang, hoch aufgelöst, impulsstark, mit realistischen Abmesssungen der Instrumente. Wirklich gul.
Hellhörig wurde ich, als dann eine CD von einer meiner Lieblingsjazzsängerinnen, nämlich von Ida Sand, eingelegt wurde. Deren Stimme kenne ich nämlich von diversen Aufnahmen sehr gut, und ich war etwas irritiert, dass diese über die TAD-Kette leicht eng, minimal gequetscht klang und auch die tiefen Frequenzbereiche etwas überbetont waren. Ein Eindruck, der sich bei den darauf zu hörenden Aufnahme mit Männerstimmen bestätigte. Damit deutete sich schon an, was ich im Verlauf der vielen Hörsessions während der Messe noch feststellen würde: nichts ist so schwer realistisch darzustellen wie menschliche Stimmen. Selbst sehr gute Anlagen wie diese von TAD können da mitunter Schwächen offenbaren.

 

Canton

Bei Canton hörte ich aus Neugier mal rein, denn diese Firma besaß in meiner Jugend einen exzellenten Ruf. Wer es sich damals leisten konnte, kaufte sich Cantonboxen, und mit seinen Reference-Modellen ist der legendäre deutsche Boxenpionier auch heute wieder in den Ranglisten der einschlägigen Magazine ganz oben zu finden. Dass das aber vermutlich weniger mit den Qualitäten der Lautsprecher als mit der Anzahl der dortselbst geschalteten Anzeigen zu tun haben dürfte, zeigte die Vorführung der Reference DC 1.2 leider sehr deutlich. Der Vorführer hob eindringlich die Qualität der eingebauten Mitteltöner hervor und spielte zum Beleg eine Live-Aufnahme mit vier verschiedenen Männerstimmen. Das hätte er mal lieber lassen sollen. Die Stimmen tönten verfärbt und tonal unausgewogen, mit zischigen S-Lauten, bei Instrumentalstücken dann bullerten die Bässe fast wie in Özgürs tiefergelegtem Golf an der Ampel. Ich empfinde das wie Car-Hifi in Großformat. Fehlt nur noch der Wunderbaum.

 

Raidho

Teuer, aber mäßig: Raidho C 4.0

Teuer, aber mäßig: Raidho C 4.0

Dass Dänen gute Lautsprecher bauen können, ist ja bekannt, Dynaudio und Dali beweisen es seit Jahren. Mit Raidho ist seit einiger Zeit ein weiterer Hersteller auf dem Markt, der bereits einige Lorbeeren in Form guter Testberichte einheimsen konnte und in München sein Topmodell C 4.0 präsentierte. Angesichts des Verkaufspreises von 85.000 € bietet sich freilich an dieser Stelle ein kleiner Exkurs an:

Warum muss High End so teuer sein?

Wer sich die Preise für High End betrachtet, der kann den Eindruck gewinnen, dass manche Firmen es geradezu darauf anlegen, die teuersten Produkte im Sortiment zu haben. Klar, auch früher gab es schon sündteures Hifi. Mittlerweile aber sind bei Elektronik fünfstellige Europreise fast schon die Regel, bei Lautsprechern wird es nicht selten gar sechsstellig.
Nach meiner Einschätzung gibt es für diesen Trend vor allem zwei Gründe.
Der eine ist in den neuen, außereuropäischen Märkten zu suchen. Vor allem in Fernost, In Russland und den arabischen Ländern gibt es eine relativ neue, extrem statusorientierte Käuferschicht, für die Geld nur insofern keine Rolle spielt, als sie genug davon haben. Da braucht es nicht günstig zu sein, im Gegenteil: nur wenn es möglichst teuer ist bietet der Kauf einen ausreichenden Distinktionsgewinn. Ein Händler berichtete mir, dass sich auf einer Messe ein Russe nach dem Preis der ausgestellten Kette gefragt habe, immerhin die Spitzenprodukte der Firma. 120 000.- € antwortete der Händler, worauf der Russe gelangweilt abgewunken habe. Zu billig, meinte er. Bei 300 000.- wäre man vielleicht ins Geschäft gekommen.
Darauf haben die Firmen reagiert. Und zwar nicht nur dadurch, dass die Produkte immer teurer, sondern, vor allem was Boxen anbelangt, auch immer größer werden. Denn wo es mehr um Status als um Klang geht, ist mit feinen Zweiwegmonitoren kein Staat zu machen. Da müssen es schon übermannsgroße Monsterkisten sein. Wie die kingen, ist eine andere Frage.
Der andere Grund erschließt sich, wenn man sich die Bestenlisten der Hifimagazine anschaut, wo die Qualität der Lautsprecher quasi in einem direkten Verhältnis zum Verkaufspreis zu stehen scheint, nach dem Motto: teurer ist immer auch besser. Das ist zwar de facto absurd, aus Marketingperspektive aber nachvollziehbar. Denn mal angenommen, die Isophon Berlina RC11, Listenpreis 150.000 €, stünde nicht als teuerste Box des Testspiegels von Stereoplay auch ganz oben, sondern da, wo ich sie klanglich platzieren würde, nämlich auf jeden Fall deutlich hinter die Dynaudio Focus 380 (6200.-): Was wäre das für eine Blamage! Stereoplay hätte da wohl auf absehbare Zeit keine Anzeige von Isophon mehr zu erwarten.
Ich will damit nicht sagen, dass teure Boxen nicht auch sehr gut sein können. Aber gesteigerter technischer Aufwand geht durchaus nicht zwangsläufig auch mit besserem Klang einher.

Damit wären wir jetzt wieder bei

Raidho und der 85.000 Euro teuren C 4.0, von der ich ehrlich gesagt einigermaßen enttäuscht war. Zwar war die Auflösung durchaus ordentlich, aber das Ungetüm hatte den für viele Lautsprecher dieses Kalibers typischen, vorlauten Blubberbass, dazu war das Klangbild insgesamt merkwürdig verhangen: die Anblasgeräusche eines Saxophons waren mehr zu erahnen als zu hören. Hätte ich mehr erwartet.

 

ADAM AUDIO

Weniger erwartet habe ich dagegen von Adam Audio. Ich bin nicht unbedingt ein Aktivfan, dazu finde ich die Lautsprecher von Adam ausnehmend hässlich, dass ich sie niemals in mein Wohnzimmer stellen würde. Aber klanglich war ich angenehm überrascht: Sehr feine Auflösung, tonal stimmig, differenzierte Bühnendarstellung. Alle Achtung.

 

DYNAUDIO

041

Giftig: Evidence Platinum

Ein Besuch hier war natürlich Pflicht, zählt die dänische Lautsprecherfirma bekanntermaßen seit vielen Jahren zu meinen Favourites: Gerade die „normalen“ Lautsprechermodelle von Dynaudio wie die aus der Contour- oder der Focus-Reihe finde ich nach wie vor State of the Art, Besseres ist für das Geld schwer zu finden. Etwas schwerer tue ich mich seit einiger Zeit mit den Spitzenprodukten der Firma wie etwa der neuen Evidence Platinum (64.500.-). Die war nicht beim Dynaudiostand selber, sondern gegenüber bei OCTAVE an einer Monsterkette mit riesigen Monoblöcken zu hören. Tja, was soll ich sagen? Auch hier gilt: größer und teurer ist nicht immer besser. Klar, das war ein unglaublich straffes, durchhörbares Klangbild, in seiner unspektakulären Aufgeräumtheit und Diskretion typisch Dynaudio. Aber wieder offenbarte die Stimmwiedergabe Schwächen: Scharfe S-Laute und leicht gequetscht sang da Peter Green,auch so ein klein bisschen harsch, giftig, unrund, in etwa so, wie ich auch die aktuellen Confidence-Modelle im Ohr habe. Woran das liegt? Keine Ahnung. Vielleicht gefällt das ja den Ölscheichs.

 

 

 Gauder Akustik

Da wir gerade bei Isophon waren: Isophon heißt jetzt, nach dem Entwickler der Boxen, Gauder. Das ist aber auch die einzige Neuigkeit, denn klanglich finde ich die Kisten immer noch mau, dem Schild „Bester Lautsprecher der Welt“ zum Trotz, das neben der Berlina RC11 hing. Auch hier entlarvte die Stimmwiedergabe tonale Schwächen, in diesem Fall sang Diana Krall etwas quetschig und scharf, dazu wummerte der Bass schier die Ohren zu. Nein, danke, die 150 000 Euro, sofern ich sie hätte, würde ich lieber für was anderes ausgeben.

 

TIDAL   

Best of show: TIDAL

Best of show: TIDAL

Für Tidal vielleicht. Die Vorführung des deutschen Ultra High End Spezialisten, der hierzulande noch wenig, in den USA dafür schon ziemlich bekannt ist, war für mich eines der Highlights der Messe, in der Gesamtperformance vielleicht sogar „Best of the Show“, weshalb ich mich auch etwas wunderte, dass der TIDAL-Hörraum eher durchschnittlich frequentiert war – High End auf diesem Niveau dürfte man bei kaum einem Händler jemals hören können, was auch daran liegt, dass TIDAL, ahnlich wie TAD, das alleroberste Preissegment bedient: der Wert der hier vorgestellten Anlage dürfte die 300.000 Euro Grenze deutlich übersteigen. Wer aber soviel Kohle ausgeben kann, kriegt dafür auch ordentlich was geboten.
Bei dieser aus einer Analogquelle gespeisten Anlage gab es wirklich gar nichts zu meckern. Egal ob Pop, Klassik oder Jazz, hier klang alles absolut stimmig: das beginnt mit einem vorbildlich sauberen, knochentrockenen Bass (Paukengrollen etwa klang adäquat mächtig, aber ohne dass dabei, wie bei Backes & Müller oder Konsorten, gleich die Wände einzustürzen drohen), dazu kommen eine geradezu explosive Dynamik, feinste Auflösung und eine Bühnenabbildung, die hier, anders als oft behauptet, wirklich realistisch wirkt. Ein großes Klangbild entsteht dabei nicht durch Aufzoomen der Instrumente, sondern durch Auffächern der Klangereignisse und Rauminformation.
Auch optisch sind die Komponenten fabelhaft gemacht, die Lautsprecher (hier war es das zweitgrößte Modell. die Agoria, Gewicht 440 kg, Preis um die 85.000 €) glänzen mit einem wunderbaren Makassarfurnier. Angetrieben wurden sie von gleich vier TIDAL-Monoblöcken, verkabelt war alles mit Argento Audio, ein Stereoset des Flow Master Reference Lautsprecherkabels kostet 9400 Euro. Pro Meter.
Das klang schon toll und zeigt, was heute machbar ist. Freilich kann man sich angesichts des gigantischen materiellen und finanziellen Aufwands, der da getrieben wird schon fragen, ob High End auf diesem Niveau nicht auch mit weniger Material- und Geldeinsatz zu verwirklichen ist. Dass das gehen kann, zeigt beispielsweise

 

 

Brodmann

Es ist ja kein Geheimnis, dass deren Lautsprecher seit der High End 2012 ganz oben auf meiner persönlichen Liste stehen. Seit ich die fabelhaften VC7 mein eigen nenne, ist für mich das Thema Lautsprecher erst mal erledigt, daran kann auch Tidal nichts ändern. Und da die Wiener Firma ihr komplettes Lautsprecherprogramm dabei hatte, war ein Besuch hier natürlich Pflicht. Brodmanns Spitzenmodell, die JB 205, war allerdings nicht in der Vorführung, sondern stand im Foyer des MUC neben einem Flügel der Firma, die ja auch hochwertige Klaviere baut.

Brodmann JB 205 mit Flügel

Brodmann JB 205 mit Flügel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nun war der Brodmann-Raum, anders als der etwa von TIDAL, wohl nicht in erster Linie als Hör-, sonder eher als Ausstellungsraum konzipiert. Zwar konnte man drei komplette Anlagen hören – darunter auch die VC7 – allein die räumlichen Verhältnisse verhinderten aber, dass die Lautsprecher ihr wirkliches Potential zeigen konnten. Der Andrang bei Brodmann war trotzdem groß, allmählich scheint sich herumgesprochen zu haben, dass hier Außergewöhnliches geboten wird. Beispielhaft konnte man das am kleinsten Lautsprecher von Brodmann, der FS aus der Festival-Reihe hören. Die grade mal schuhkartongroße Box – Gewicht je 10kg, Preis pro Paar unter 3000 € –  dürfte, was Dynamik und tonale Stimmigkeit anbelangt, das Gros der auf der Messe vorgestellten Boxen an die Wand spielen, ganz egal welcher Preisklasse, und das, obwohl man keine Tiefbassorgien von ihr erwarten kann. Bei vielen Besuchern sorgten die Minis denn auch für Ahs und Ohs – manche konnten zunächst gar nicht glauben, dass hier wirklich die kleinsten Lautsprecher spielten. Angesteuert wurden sie von einer sehr hochwertigen Kette von Electrocompaniet mit 2 Monoblöcken, was mit zu der überzeugenden Vorstellung beigetragen haben dürfte.

Brodmann mit den kleinen FS

Brodmann mit den kleinen FS im Vordergrund

 

 

Wilson Audio

Rappelvoll war die Bude bei Wilson, was wohl vor allem an dem gigantischen Werbeaufwand der Amerikaner liegen dürfte. Optisch erinnern mich die Kisten immer etwas an Müllcontainer, was nicht nur an der Plastikrollen liegt, auf denen sie stehen. Klanglich? Nun ja, für mich ist das irgendwie Brachial-Hifi: alles ist etwas zu dick aufgetragen, dazu klingen Stimmen – wieder einmal – deutlich verfärbt. Bei der Vorführung des Modells „Sasha“ wurde einem ein Bassgitarrengewitter um die Ohren gehauen, gefolgt von einem Show-Orchesterstück, ganz gut aufgelöst und räumlich, aber auf Dauer nervig. Wie bei überwürztem Essen hat man schnell genug davon.

 

En passant 

Kurz reingeschaut und reingehört habe ich bei diversen Ausstellern, hier zusammengefasst noch einige  Eindrücke.

(Schlecht) klingende Hundeknochen: Kharma

(Schlecht) klingende Hundeknochen: Kharma

Einen Besuch bei Kharma konnte ich mir einfach nicht verkneifen, obwohl das schon im Vorjahr nicht erquicklich war. Aber die im Hundeknochendesign aufwartenden und nach wirklich gar nichts klingenden Monsterboxen sind einfach zu schräg, als dass man sie igorieren könnte.

 

 

043

AYON: Wer will an den Marterpfahl?

 

 

 

 

 

Die Tendenz zu immer größeren Boxen zeigte sich auch bei der Firma Ayon: Riesige Pfähle im Baumstammdesign nach dem Motto „big is beautiful“, klanglich Richtung Wilson mit einer Tendenz zum Boosten. Auf den ersten Höreindruck klingt das ganz gut, auf den zweiten vermisst man aber eine nachvollziehbare Bühnenabbildung, Instrumente wie Stimmen waren trotz SItzen im Sweet Spot kaum zu orten.

Dan d´Agostino präsentierte seine Verstärker im Personenwaagendesign mit Lautsprechern von Sonus Faber – warum das nun derart matt und langweilig klang, ob´s an der Elektronik oder den Lautsprechern oder dem Raum lag – keine Ahnung.

 

Spacy, spacy...Göbel

Spacy, spacy…Göbel

Gute Chance auf den Titel des hässlichsten Lautsprechers könnte man dem Modell Epoque Reference von Göbel zugestehen, die so ein bisschen nach Raumschiff Enterprise aussehen. Über den Klang will ich mich nicht weiter auslassen….

 

 

Zum Schluss aber noch ein Tipp: die Koax-Lautsprecher der Firma  KAOS mögen vielleicht etwas antroposophisch aussehen, klingen aber dafür richtig gut.

033

11
Feb

Klingender Strom

GigaWatt_LC-2(MK2)

Kann Strom klingen?

Noch vor einigen Jahren erschien es vielen zweifelhaft, dass Signalkabel einen Einfluss auf den Klang haben können. Mittlerweile ist das common sense, ständig drängen neue Hersteller von Kabeln auf den ohnehin schon unübersichtlichen Markt. Dass die Stromversorgung klanglich irgendetwas bewirken sollen, erschien mir selber früher doch sehr unwahrscheinlich. Wie soll das denn auch gehen? Da läuft der Strom ein paar hundert Meter durch irgendwelche Standardinstallationen, und ausgerechnet der letzte Meter zwischen Steckdose und Gerätebuchse soll da irgendwas reißen?

Erster Schritt: Stromaufbereitung

Nun, ich musst auch in dieser Hinsicht dazulernen. Ein nicht von der Hand zu weisender Gedanke in diesem Zusammenhang scheint mir, dass letzlich auch das Musiksignal aus dem Hausstrom generiert wird – und der ist bekanntermaßen alles andere als sauber. Industrie, Verbaucher, Computer, Lampen – alles streut seine Störungen ins Netz ein. Der erste Schritt (während meiner Accuphase-Ära) bestand bei mir also darin, mir einen – logisch – Accuphase PS-500 als Stromaufbereiter für meine Quellgeräte zuzulegen. Ich wollte mich auf die Netzkabeldiskussion nicht groß einlassen und dachte, mit dem auf dem Gebrauchtmarkt günstig erworbenen Gerät alle Stromprobleme gelöst zu haben. Den verunreinigten Hausstrom verwandelte der PS-500 (später ein  PS-500V) in reinen Sinus, der die empfindlichen Quellgerätenachhaltig  erfreut. Die Wirkung bestätigte der Hörvergleich: nach dem Umstecken der Netzkabel vom PS-500 an die Steckerleiste verliert der Klang deutlich an Auflösung und Feinheit. So weit, so gut.

Accuphase PS-500V

Nun konnte ich meine monströsen M-2000  Monoblöcke aufgrund der eingeschränkten Leistung des PS-500V da nicht anschließen, sodass diese einige Zeit an zwei günstigen Vovox-Kabeln direkt an der Netzleiste hingen.

Netzkabel

Auf Rat eines britischen Händlers, über den ich die Monos erwarb, probierte ich dann doch mal die Netzkabel LC-2 der polnischen Firma Gigawatt. Ehrlich: ich war entschlossen, die Dinger anzuschließen und dann mit einem „Hab´s ja gleich gewusst, dass das nichts ausmachen kann“-Gefühl des Bestätigtseins wieder zurückzuschicken. War aber nicht so. Es gab einen mehr als deutlichen Unterschied, den ich partout nicht erwartet hatte und der sich auch mit mehrmaligem Umstecken immer wieder verifizieren ließ. Ich würde es so ausdrücken: der Klang war einfach sauberer. Hörbar vor allem bei Stimmen, die plötzlich weniger belegt erschienen, aber auch Instrumente waren fester umrissen, insgesamt war eine leichte Körnigkeit im Klang einfach wegpoliert. Hören kann das, würde ich behaupten, jeder. So ein Gigawatt-Kabel kostet an die 500 Euro, was in der Tat ein Batzen ist. Andererseits kann man für eine entsprechende Klangverbesserung auf der Geräteseite leicht viel mehr ausgeben.

Netzleisten

Danach war ich etwas irritiert, und so war der nächste Schritt der Austausch meiner Netzleiste. Die war keine Baumarktleiste, ich hatte das augenscheinlich solide gemachte Teil vor einigen Jahren bei einem Hifi-Versender günstig erworben. Da mir die Firma Vovox sympathisch ist und deren Produkte auch in der (gegenüber Voodoo grundsätzlich extrem kritisch eingestelllten) Studiozene weite Verbreitung haben, bestellte ich mir eine Vovox Textura Netzleiste samt Kabel. Auch da hatte ich eigentlich keine Erwartungen, ich hatte auch mit dem Händler ein Rückgaberecht vereinbart, aber auch hier war die Verbesserung sofort hörbar: der Klang war, ja, schneller, dynamischer, konturierter.

Soweit der Stand bis zum Anfang Februar des Jahres 2013. Nachdem ich über die Wichtigkeit der Stromversorgung immer wieder von kompetenter Seite gehört und gelesen hatte, wollte ich dann aber das Thema Netzleiste einer genaueren Prüfung unterziehen und in diesem Zusammenhang auch nochmal die Verbindungen zwischen Stromaufbereiter und Quellgeräten checken. Zu diesem Zweck probierte ich zwei Netzleisten der Firma  Gigawatt, die PF-1 und die PF-2 zum Test, dazu drei Netzkabel LC-1. Diese haben einen etwas dünneren Querschnitt als die sehr massiven LC-2, die ich für die Endstufen verwende. Für die Quellgeräte sollten sie aber allemal ausreichen.

Was dann passierte, überstieg meine Vorstellungen.

Denn schon der Anschluss der PF-1 Leiste (und eines LC-2 als Netzzuleitung) ließ meine Anlage aufspielen, wie ich sie noch nicht gehört hatte, ja, ich hatte noch nicht einmal eine Vorstellung davon, dass dieses Potential in ihr steckt. Als hätte man gleich mehrere Filter aufgedreht, nahmen Dynamik und Größe der Darstellung dramatisch zu. Ein Quervergleich mit meiner Vovox Leiste bestätigte den Befund: dieses doch recht renommierte Teil hatte der Musik offenbar regelrecht den Hals zugeschnürt. Ja, selbst wenn ich nur das LC-2 Netzkabel der PF-1 gegen das Vovox Textura tauschte, fiel der Klang regelrecht zusammen. (Als Musik hörte ich übrigens  CDs aus der sensationellen Living Stereo-Reihe, die es seit einiger Zeit gesammelt für einen unfassbar niedrigen Preis gibt: 60 CDs für gut 70 Euro, darunter legendäre Aufnahmen der 50er und 60er Jahre in allerbester Qualität, die klanglich vieles aus der Digitalära toppen. Aber das nur nebenbei…)  Dazu kommt, dass die Gigawatt PF-1 preislich auf dem Niveau der Vovox Textura Leiste liegt, beide kosten ohne Netzzuleitung um die 400 Euro. Aber der klangliche Unterschied ist beträchtlich.

GigaWatt_PF1

Gigawatt PF-1

Die Vovox Leiste war also aus dem Rennen, aber nun war ich gespannt, ob die deutlich teurere PF-2 noch eine Schippe würde drauflegen können. Vorher aber wechselte ich noch die Kabel zwischen Accuphase PS-500V und Vorstufe, bzw. CD-Player. Die waren bisher mit 2 Kimber PK-10 verbunden, die ich mal günstig erworben hatte. Und auch hier war der Klanggewinn deutlich: nicht so eklatant wie bei der Netzleiste, aber Stabilität und Dynamik legten auf jeden Fall zu, beim Gegencheck mit den Kimber Kabeln klang es vergleichsweise verwaschen. Ein ähnliches Bild ergab sich beim Wechsel des Zuleitungskabels zum PS-500V. Zuvor hing hier ein billiges Vovox Initio  (was soll das an dieser Stelle schon ausmachen, dachte ich immer, der Stromaufbereiter macht doch erst den Strom) aber auch war sofort zu hören.

Dann schloss ich also die PF-2 an, die eine aufwendigere Filterung besitzt und über noch massivere Stromschienen verfügt als das kleinere Modell. Der Unterschied war subtiler. Ich hörte mit beiden Leisten abwechselnd verschiedene CDs und SACDs, und nach einigen Hörstunden, bei einer Aufnahme mit der Jazzsängerin Ida Sand, bekam ich die Sache dann auf den Punkt. Mit der PF-2 klang ihre Stimme definierter, klarer umrissen, auch schien mir die PF-2 komplexe Musikpassagen besser aufzulösen. Eine Empfehlung sind beide Netzleisten aber auf jeden Fall.

Gigawatt PF-2

Gigawatt PF-2

Ich war nach dieser Erfahrung gleichermaßen beglückt und schockiert. Beglückt über den Zugewinn an klanglichem Realismus, der sich mit dem Wechsel von Komponenten, wenn überhaupt, nur unter Einsatz von irrsinnigen Summen erreichen ließe. Schockiert darüber, welchen Einfluss die Stromversorgung auf das klangliche Resultat hat. Ich kann nur jedem Audiophilen raten, sich damit eingehend auseinanderzusetzen. Wer meint, Defizite bei seiner Anlage zu haben, sollte damit anfangen und nicht gleich einen neuen Verstärker oder neue Boxen kaufen. Möglicherweise liegt da nicht das Problem. Natürlich darf man die anderen Kabel auch nicht vergessen.

Ich habe dann lange keinen Stromaufbereiter, bzw. „Power conditioner“ mehr verwendet. Das lag daran, dass der Accuphase PS-500 in meiner aktuellen Konstellation mit New Audio Frontiers, bzw. der TIDAL-Vorstufe eindeutig verfizierbare Dynamikeinbußen mit sich brachte. Stattdessen habe ich weitere deutliche Verbesserungen mit dem Upgrade der Gigawatt-Netzkabel erreichen können. Dabei ist vor allem das neue Modell LC-3 zu erwähnen (990.-), an dem nun die NAF-Monoblöcke hängen, das nochmal eine erhebliche Steigerung zum schon sehr guten LC-2 bedeutet.

GigaWatt PC-3-SE

GigaWatt PC-3-SE

Irgendwann war es dann soweit, dass ich mir den Gigawatt Power conditioner PC-3 SE zum Testen holte – und wieder hatte ich eine dramatische Steigerung zur PF-2 eigentlich nicht erwartet. Aber leider (wenn man an den Geldbeutel denkt) brachte auch dieser Schritt wieder einen mehr als deutlichen Fortschritt in Richtung Definition: das Klangbild gewinnt nochmal deutlich an Ruhe, der Hintergrund ist „schwärzer“, die Musik fließt einfach selbstverständlicher – gar nicht einfach, das in Worten auszudrücken. Und da die Power conditioner von Gigawatt im Gegensatz zu den meisten anderen passive Konzepte sind, behindern sie auch den Stromfluss nicht. Es gibt also keine Dynamikverluste.
Ja, und an der PC-3SE hängt jetzt sogar das teure LS-1 Referenznetzkabel von Gigawatt, das auch das LC-3 hier nochmal deutlich in die Schranken weist. Damit ist das Thema Stromversorgung jetzt erst mal erledigt. Hoffentlich…;-)

Was sonst noch machbar ist

Vor der Fertigstellung unseres Hauses habe ich vom Elektriker noch einige Sachen einbauen lassen. Im Sicherungskasten sitzt ein Klangmodul der Firma AHP, die Anlage verfügt über einen separaten Stromkreis, die Netzleiste ist mit einer Furutech-Dose ans Stromnetz angeschlossen. Das kostet alles nicht viel, zu hören ist es aber deutlich: ich habe mal probehalber die Netzleiste an eine andere Dose angeschlossen, mit gleicher Phasenlage natürlich, und der Klangunterschied ist genauso zu beschreiben wie beim Tausch der Netzleiste: als hätte man eine angezogene Handbremse gelöst, floss die Musik einfach leichter, dynamischer, mit präsenterem Bass. Was den Unterschied jetzt wirklich ausmacht – Klangmodul? Stromkreis? Steckdose? ist schwer festzumachen, alles zusammen bewirkt auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung – und das für vergleichsweise wenig Geld.

Wichtig: Da ich seit Ende 2013, mein eigenes Wohnraumstudio concert audio betreibe und damit eine Vermischung von privaten mit geschäftlichen Interessen nicht auszuschließen ist, habe ich mich daher entschlossen, diesen privaten Audiophilie-Blog ab 2014 auf allgemeine Themen zu beschränken, d.h. es gibt von mir keine weiteren Beiträge über Produkte mehr  – diese stehen ab jetzt auf meinem Blog auf concert audio.
Kommentare von Lesern können natürlich weiterhin gepostet werden.

 

2
Feb

Furutech Disc Demagnetizer RD-2

Furutech RD-2

Furutech RD-2

Eigentlich war er schon verkauft, und das kam so: Ich hatte den Furutech RD-2 günstig gebraucht erworben und dann einen Versuch mit dem schon beim AHP-Klangtuch bewährten Blindtestverfahren unternommen: 2 identische SACDs („Dark Side of the Moon“ von Pink Floyd) markiert, eine davon in den Furutech und dann beide gemischt, sodass ich nicht mehr wusste, welche ich nun in der Hand hatte. Davor hatte ich beide CDs auch mit dem Klangtuch behandelt, um auszuschließen, dass es sich um ähnliche Effekte handelt. Dann die CDs abwechselnd in den Player – doch auch nach mehrfachem Austauschen der CDs hörte ich keinerlei Unterschiede. OK, dachte ich, auch gut. Schließlich ist das Prozedere mit Einlegen und 30 Sekunden warten ein wenig lästig, und überhaupt, was soll schon groß magnetisch sein bei CDs? Ja, und dann stellte ich ihn in den Audiomarkt, wo sich alsbald die ersten Interessenten meldeten – die offenbar alle überzeugt davon waren. Also wagte ich, nachdem ich einem potentiellen Käufer eigentlich schon zugesagt hatte, noch einen zweiten Versuch mit einer anderen CD, dem Wohltemperierten Clavier von Bach in einer ECM-Aufnahme mit Andras Schiff – die besitze ich nämlich zufälligerweise auch zweimal. Und siehe, bzw. höre da: es gab einen deutlichen, sofort verifierbaren Unterschied nach der Behandlung im Furutech (natürlich hatte ich beide CDs zuvor unbehandelt verglichen und keinen Unterschied bemerkt). Die behandelte, die ich zuverlässig heraushören konnte, klang offener und präsenter, vor allem im Grundtonbereich, ingesamt hatte der Flügel etwas mehr Körper und Substanz. Es scheint nicht mit allen CDs zu funktionieren – aber mit einigen eben schon.

Fazit: Den Furutech Demagnetizer kann man durchaus mal ausprobieren. Gebraucht bekommt man ihn ab etwa 190 Euro, neu kostet der Nachfolger des RD-2, der Acoustic Revive RD-3, um die 500 Euro.

Wichtig: Da ich seit Ende 2013, mein eigenes Wohnraumstudio concert audio betreibe und damit eine Vermischung von privaten mit geschäftlichen Interessen nicht auszuschließen ist, habe ich mich daher entschlossen, diesen privaten Audiophilie-Blog ab 2014 auf allgemeine Themen zu beschränken, d.h. es gibt von mir keine weiteren Beiträge über Produkte mehr  – diese stehen ab jetzt auf meinem Blog auf concert audio.
Kommentare von Lesern können natürlich weiterhin gepostet werden.

13
Jan

Netzkabel – ein Erfahrungsbericht

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von André Rulle

Liebe Hifi-/Highend-Freunde,

hier ein Artikel zu diversen Netzkabeln und meinen (subjektiven) Hörerfahrungen damit. Vorab möchte ich einleitend jedoch einige, mir wichtige Dinge klarstellen, weil ich keinen Ärger mit diversen Vertrieben und Händlern haben will sowie keine Grundsatzdiskussionen mit anderen Audiophilen, die „das ganz anders“ sehen.

Das war der Prolog und somit schließt dieser Artikel an denjenigen an, den ich am 6. November 2012 unter „Stromversorgung – kein Voodoo“ gepostet habe. Ja, und ich sage es noch einmal: die Klangverbesserung durch den PS 500V konnte ich nicht verpassen und wie bereits in dem Artikel erwähnt, gab es auch ein Netzkabel von Schnerzinger in Verbindung mit einem Produkt von Herrn Brämer, welche damals noch ohne PS 500V und mit einfacher Naim-Netzleiste, ebenfalls nachvollziehbare Verbesserungen in der Musikalität und deren Abbildung brachten. Allerdings zu einem Preis von 3.500 Euro für zwei Netzkabel! Aber meine Neugier war geweckt und so ging es weiter:

Vorab möchte ich mich bei allen bedanken, die mir die Gelegenheit gegeben haben, Ihre Produkte in meiner Kette zu Hause testen zu können:

Herrn Michael Kellner(Audiophil/München)

Herrn Jörg Klein (Hörgenuss für Audiophile)

Herrn Uwe Heile (Hifi-Sudio in Falkensee)

Herrn Tim Philipps (Euronics Philipps/Haltern)

Um meine Geschäftsbeziehungen zu den Herren kurz klarzustellen:

Meine Lautsprecher habe ich von Herrn Heile erworben, der Hersteller ist Audiophil. Herr Kellner (Geschäftsführer von Audiophil) hat mir die Lautsprecher angeliefert, weil es sich gerade so ergab. Hifi-Studio in Falkensee, ein Tipp für „Audiophile Hörer“. Audiophil, Herr Kellner – eine Klasse für sich. Danke!

Herrn Klein habe ich durch Frank empfohlen bekommen und diese Empfehlung kann ich nur weiter geben. Sehr angenehm! Vielen Dank.

Von Herrn Philipps wollte ich ursprünglich Fischer und Fischer Lautsprecher erwerben. Zum testen hatte ich von ihm die SN 450 (eine Wucht, leider auch in der Dimensionierung – ich bewohne kein Schloss) und die SN 370 erhalten. Die SN 370 wurde von Thomas Fischer persönlich angeliefert. Gekauft habe ich letztendlich den PS 500V bei ihm Herrn Philipps. Ein sehr netter, fairer Hifi-Enthusiast.

Zu den Netzkabeln in chronologischer Reihenfolge, wie ich sie erhalten und getestet habe:

Durch die Erfahrungen mit den Schnerzinger-Netzkabeln, die leider aufgrund des für mich zu hohen „Anschaffungswiderstandsbeiwerts“ nicht in Frage kamen, ergab sich die Gelegenheit, Netzkabel von Audiophil bei mir zu hören. Herr Kellner war in der Region auf Präsentationstour unterwegs und ich konnte einen Termin bei ihm ergattern. Der PS 500V war bereits bei mir eingezogen und Herr Kellner hatte zunächst hauseigene Verbindungen von Audiophil bei mir installiert. Ergebnis: Haptik sehr gut, Flexibilität der Kabel gut, doch die Klangausbeute hätte mich nicht zu einer Investition gereizt. Aber er hätte auch noch Leitungen der Referenzkette (FURUTECH FI-E 38R Schuko-Netzstecker, FURUTECH FI 28 R Schuko-Netzkupplung, FURUTECH Alpha 3) dabei. Ob ich die hören wollte, na klar doch, Herr Kellner, bitte einstöpseln. Und schon ging es los, wow, das war es, was ich wollte. Druckvoll, mit schöner Bühnenpräsenz und bei 3 Netzkabeln etwa halb so teuer wie „Schnerzinger und Co.“ So geht High-End. Klasse. Aber, geht’s vielleicht noch günstiger?

Somit ging die Suche weiter. Herr Klein sandte mir LC-1 und LC-2 Gigawatt-Netzkabel zu (vgl. dazu auch die Erfahrungen von Frank), die mit Endstufen jeglicher Art ohne Zweifel zutreffen werden.

Ich arbeite bei einem großen Energieversorger und kann den Zusammenhang von Leitungslängen, Leistungstransport und Kabelquerschnitt daher sehr wohl einordnen!

Nur bei mir waren die aus Solid Core Strängen bestehenden Verbindungen ungünstig, weil sperrig. Auch klanglich habe ich mir mehr erwartet. Leitungstransport war bei meinem E-250 nicht das Thema. Die Haptik war sehr gut, aber die Flexibilität für mich kaum ausreichend.

Also weitersuchen. So weckten die nachfolgenden Netzkabel mein Interesse: Vovox textura, Kimber PK 14 gold, Heaven Gate Ultra Surpreme, JPS Labs

Beim Test der beiden letztgenannten Produkte (Heaven Gate Ultra Surpreme , JPS Labs) fasse ich mich kurz, da sie wegen ihres Querschnitts, der damit verbundenen geringen Flexibilität und der für mich fehlenden Musikalität nicht in Frage kamen. Wie sie bei Endstufen Leistung transportieren vermag ich nicht zu beurteilen und bin gespannt auf die Erfahrungsberichte anderer. Wegen der Haptik würde ich die Gigawatt-Netzkabel in jedem Fall vorziehen, preislich bestand nahezu kein Unterschied zum LC-2.

Vovox textura und Kimber PK 14 gold fallen da in eine ganz andere Kategorie, sind recht flexibel und von der Haptik her echt klasse. Preislich sehr interessant,  konnten aber beide klanglich nicht ganz an die Audiophil/Furutech-Variante heranreichen.

Silent wire AC 16: toll beworben, super Kritiken in Fachzeitschriften, exzellente Haptik – aber  klanglich ………. Pustekuchen. Klar sind sie besser als „Beipackstrippen“, aber für fast 500 Euro (ein Meter Kabel) muss ich mehr erhalten als exzellente Haptik.

Um mein Ranking hier vorzustellen würde ich, in Abhängigkeit vom Preis das Vovox textura wählen. Preis und Leistung halte ich hier für exzellent.

Phonosophie AG MK2. Für den aufgerufenen Preis eine klasse Verbindung, aber nur für Komponenten, die ein wenig in den Höhen schwächeln. Das Kabel hebt die Höhen, greift also mehr als jedes andere bislang beschriebene Netzkabel in das Klangbild ein, verändert es, manipuliert es. Daher wirkt bei mir alles analytischer, ich aber wollte Klanggewinn, Bühne, Authentizität. Daher für mich trotz hoher Flexibilität ungeeignet, in entsprechenden Anlagenkombinationen aber durchaus eine Empfehlung. Für Accuphase-Besitzer eher nicht.

Furutech Evolution Power II, meine Hoffnung. Oh Mann, ich öffnete den Kartondeckel und dachte: Eine Python! Ich war von den Audiophil-Furutech-Netzkabeln so angetan das ich vermutete, mit den originalkonfektionierten Verbindern genau so gut bedient zu sein und diese bei Bedarf auch besser veräußern zu können. Und – nix. Zitat Herr Kellner (vor meinem Versuch):

„Die Evolution Power II – Netzkabel haben wir neben vielen weiteren Netzkabeln getestet, sie erreichen bei weitem nicht die Qualitäten der von uns ermittelten Kombination von Netzkabeln.“

Nach meinem Test muss ich sagen: „Stimmt. Chapeau!“ Die Kabel waren in meinem Test diejenigen, die extrem sperrig waren. Klanglich waren sie nach den Netzkabeln von Audiophil/Furutech am besten, aber bei vergleichbarem Preis halt doch lange nicht so gut wie diese und eher bei den klanglichen Meriten der Vovox textura angesiedelt.

Mein Fazit: Wer für 2,0 Meter Kabel rund 700 Euro ausgeben kann und möchte, ist mit den Netzkabeln von Audiophil /Furutech bestens bedient. Die Kabel sind höchst musikalisch und recht flexibel.

Nicht vergessen habe ich die Netzkabel Vovox textura und Kimber PK 14 gold. Mein Preis-, Leistungsfavorit ist hier aber klar das Vovox textura. Wenn ich meine PS 500V durch einen PS 510 ersetzten sollte, werden es (für mich) die Vovox textura werden.

Von der Wanddose zum PS 500V wird bei mir erst einmal ein Inakustik AC 1502 zum Super-, Sonder- Schleuderpreis eingesetzt, weil nach dem PS 500V die „Karten“ neu gemischt werden. (Übrigens, das LS 1202 war auch gut, aber extern sperrig, daher musste es dem Jorma Design weichen, aber das Preis-, Leistungsverhältnis stimmte.) Das AC 1502 habe ich noch nicht, wird aber bald kommen. Ich bin gespannt.

Audiophile Grüße

André

Nächste Seite »