Beiträge der Kategorie ‘Audiophilie’

16
Mai

High End München 2013

Mein Bericht über die High End 2013 finden Sie bald hier

13
Apr

Accuphase DP-410

Der Nachfolger des DP-400 ist in Japan schon auf dem Markt. Optisch kaum verändert im Vergleich zum Vorgänger, klanglich wird man sehen, bzw. hören. Preis in JP ca. 280.000 Yen, der Preis in Europa dürfte ca. 6000.- betragen.

dp-410

31
Mrz

Dynaudio Consequence Ultimate Edition

Dynaudio Consequence

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von Hificanorum62

Wie klingt die Dynaudio Consequence Ultimate Edition an einer Hifi-Kette mit Accuphase C-3800, DP-900/DC-901, A-65 gebrückt, PS 1220 und mit Linn Sondek LP 12 SE via C-27?
Hier einige Abschnitte aus einem Text zur fünfzigjährigen Geschichte einer Hifi-Anlage.

Sehr lange hatte ich an Wharfedale-Boxen festgehalten. Ich hatte schon einmal über eine Dynaudio Confidence C4 nachgedacht, den Gedanken aber wieder verworfen, weil die Accuphase A-50 sie nicht hätte treiben können. Ich wartete bis nach 2000, als die Bowers & Wilkins 801 so überarbeitet waren, dass sie ihre reine Studio-Monitor-Abstimmung abgelegt hatten und auch für den häuslichen Betrieb in Frage kamen. Als Schallwandler waren  sie drastisch besser als die Wharfedales, konnten indes die Emotionen nicht so gut vermitteln wie die alten Boxen. Die A-50 trieb sie im Stereo-Betrieb im jetzigen Wohnraum von ungefähr 65 m2 für meinen Geschmack völlig souverän zu Konzertsaal-Pegeln. Die B & W 801 wurde durch die 801D abgelöst – eine bedeutende Verbesserung im Hochtonbereich – und diese schliesslich durch die Dynaudio Consequence Ultimate Edition. Dies machte allerdings die Anschaffung einer zweiten Accuphase A-65 notwendig. Die A-65 werden jetzt im Brückenbetrieb als Mono-Endstufen eingesetzt. In großen Mahler-Symphonien auf SACDs oder bei dynamischen LPs setzen sie durchaus gut 500 W pro Kanal frei bei einer Last im Impedanzbereich von 2,5 Ω bis 16 Ω. (Der gemessene bisherige Höchstpegel ist 820/790 W.) Sie wirken dabei noch durchsichtig, recht wenig gestresst und zeigen Dynamik und Schnelligkeit. Eine Klangsteigerung in den Fortissimo-Stellen erscheint aber möglich. Gute Aufnahmen belehren freilich auch darüber, dass die verminderte Durchhörbarkeit in Fortissimo-Stellen in den meisten Fällen auf die Aufnahme und nicht auf die Wiedergabe zurückzuführen ist. Im leisen bis mittellauten Pegelbereich dürften die A-65, was Präzision, Klangfarbenreichtum sowie Detailauflösung anbelangt schwer zu übertreffen sein.

Die Dynaudio Consequence UE spielt meiner Meinung nach in einer eigenen Klasse. Eine B & W 800D klang bei einer P.I.A. Accuphase-Demonstration an zwei M-6000 mit dem C-3800 und den DP-900/DC-901 dagegen erstaunlich enttäuschend. Was die Dynaudio so einzigartig macht, ist ihre Basswiedergabe. Sie ist möglicherweise die einzige Box, bei der man den Bass zunächst gar nicht als solchen wahrnimmt. Das Erlebnis ist so wie im Konzertsaal. Da hat man ja auch nicht die Empfindung “Oh, was liefern die Philharmoniker heute wieder für einen guten Bass”. Grundton und Bass gehören zum natürlichen Klangspektrum der Instrumente. Sie ordnen sich ein, und genau so werden sie von der Dynaudio wiedergegeben. Pauken und große Trommeln entfalten eine gewaltige Bassenergie. Die Dynaudio erzeugt diese Energie, die den Hörer förmlich überrollt. Genau wie im Konzertsaal nimmt man diese Energie aber als den konturierten natürlichen Klang des Musikinstruments wahr und nicht als den Bums eines 60-cm-Chassis. Neben der vorbildlichen Resonanzarmut liegt  das Geheimnis der Box wohl in dem einmaligen Frequenzumfang, der linear bis auf 17 Hz herabreicht. Dass unter 40 Hz keine “Stauchung” eintritt, ist meines Erachtens entscheidend für die aufgefächerte natürliche Basswiedergabe. Der gesamte Frequenzbereich, der weit über 20 kHz hinausgeht, ist überdies völlig bruchlos. Die Wiedergabe ist sehr detailreich, klangfarbentreu und präzise, mit sehr räumlicher Abbildung. Die Esotar-Hochtöner klingen vielleicht sogar noch eine Winzigkeit reiner als der zu Recht gerühmte Diamant-Hochtöner von B & W.

Ich betreibe die Dynaudio übrigens mit der Frontbespannung, weil dies zur Konzertsaalatmosphäre beiträgt. Nackt ist die Auflösung dieses Lautsprechers noch gesteigert, mir aber bereits zu “analytisch”. Die Consequence vermittelt nicht qua Eigenklang Emotionen, wie die Wharfedale dies getan hat und damit sozusagen “unmittelbar ans Herz griff”, sie bleibt selbst weitgehend unhörbar-neutral, leitet aber bei guten Aufnahmen die Emotionen der Einspielung an den Hörer weiter – eine nüchternere, aber ehrlichere Art der Erzeugung musikalischer Gefühle. Der nicht zu unterschätzende Pferdefuß der Dynaudio: die Anforderungen an die Verstärkerelektronik sind extrem. Zwei gebrückte A-65 treiben die Dynaudio zwar ausgezeichnet, aber es ist deutlich spürbar, dass sie zu noch Größerem befähigt wäre.

Hificanorum62

 

31
Mrz

Brodmann VC2

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von André Rulle

Brodmann VC2

Brodmann VC2

Ein Bericht zur Brodmann VC2

Prolog

Erst im vergangenen Jahr hatte ich meine Dynaudio 1.3 MK II nach gut 10 Jahren verkauft und durch ein Paar Audiophil Cello ersetzt. Ich hatte eine Reihe von Lautsprechern bei Händlern gehört (u. a. von Herstellern wie B&W, Dynaudio, Lua, Linn, Audio Physic, Fischer&Fischer, Isophon, Kudos um nur einige zu nennen). Die meisten Lautsprecher hatten es nicht bis in mein Wohnzimmer (zum Test) geschafft. Manchmal war der Lautsprecher für meine Räumlichkeiten wegen seiner Dimension nicht geeignet, oft lagen die Gründe aber in der Tonalität der Lautsprecher, die mir nicht zusagte.

Bei dem Lautsprecher „Audiophil Cello“, der mir von einem Musiker empfohlen wurde, war das ganz anders. Dieser hob sich erfrischend von der Masse der Lautsprecher ab, spielte extrem schnell, musikalisch und eroberte damit mein Herz. Wie heißt es in audiophilen Kreisen: „… und schlug auch weitaus teurere Mitbewerber …..“

Ich hatte bis dato nichts Vergleichbares gehört und war am Ziel. So schien es mir jedenfalls.

Brodmann VC2

Als regelmäßiger Blog-Leser, Accuphase-Liebhaber, Dynaudio-Bekenner und Bekannter von Frank habe ich spitze Ohren bekommen, als er von der High End Messe 2012 in München berichtete, die ihm letztendlich ein Pärchen Brodmann VC7 bescherte. Er trennte sich damit von seinen Dynaudio Confidence 5, die für ihn bis dato das Maß der Dinge waren.

Kaum war sein Bericht zur VC7 im Blog, meldete sich eine Gemeinde von Gleichgesinnten mit sehr fundierten Erfahrungsberichten über Brodmann-Lautsprecher. Meine Neugier war damit geweckt. Ich recherchierte im Netz, wo ich auf ein Potpourri von Meinungen und Beurteilungen zu Hans Deutsch- Lautsprechern stieß, die häufig auch unter „Bösendorfer“ zu finden waren.

Offenbar gibt es zwei Meinungen zu den Lautsprechern von Brodmann/Bösendorfer und auch zu Hans Deutsch. Es half also nichts – selbst hören war die einzige Möglichkeit, meinen zugegeben nervösen Zustand zu beruhigen. Die Gelegenheit, die Lautsprecher in München bei der diesjährigen High End bzw. die VC7 kurzfristig bei Frank zu hören, hatte ich leider nicht. Daher habe ich mich direkt an Brodmann gewandt. Nach kurzer Zeit bekam ich eine Antwort von Herrn Christian Höferl. Wir führten ein offenes Wort und er konnte mir einen Hörtermin mit seinem Kollegen Bernd Gruhn – der glücklicherweise in Norddeutschland unterwegs war – und einem Paar VC2 organisieren.

Am Freitag, den 15.03.2013, 11:20 h war es soweit. Bernd Gruhn traf mit einem Pärchen VC2 in Makassar-Furnier bei mir ein. Unsere Hörsession dauerte bis in den späten Nachmittag und wurde lediglich von ein paar Kaffee unterbrochen. Um das Ergebnis vorwegzunehmen – die VC2 blieben bei mir.

 

Warum?

Ehrlich: Ich verstehe nicht, dass es zu dem Hans Deutsch-Konzept zwei Meinungen geben kann. Natürlich kann ich persönlich jetzt nur von der VC2 berichten, aber wenn ich die Beiträge anderer Blog-Leser betrachte, so haben wir wohl allesamt eine ähnliche Wahrnehmung.

Nie zuvor habe ich bei einer Reproduktion eine solche Geschlossenheit eines Orchesters gehört. Noch nie erschienen die Instrumente derart real. Noch nie habe ich Diana Krall, Melody Gardot oder andere so intim singen gehört – außer im Original. Ich möchte mir nicht anmaßen, mich in die Reihe der Profis (Tonmeister, Musikproduzenten und Musiker) zu stellen, die entsprechende Reputationen für diese Lautsprecher abgegeben haben – aber die Brodmann VC2 berühren einfach die Seele. Ich kann mich den positiven Kritiken zur Vienna Classic Serie wirklich nur anschließen und verzichte dabei auf Ausführungen darüber, wie welcher Ton klingt, weil die VC2 die Musik schlichtweg „neutral“ wiedergibt.

Es mag namhafte Hersteller mit anderen Philosophien geben, die Diamanthochtöner oder Tweeter verwenden, welche die Höhen brillant erscheinen lassen, oder Mega-Bass-Membranen mit einem richtigen „Bumms“ , aber wenig dürfte dem Originalklang so nahe kommen wie die VC2. Nicht unerwähnt soll hier bleiben, dass CDs mit bescheidenem Klangpotenzial bei der VC 2 gnadenlos durchfallen. Sie kann halt nichts anhübschen.

Über die Optik und die Haptik muss ich nicht viel schreiben. Die Qualitätsansprüche sowie die Erfahrungen aus dem Klavierbau sind exquisit, wenngleich auch andere Hersteller gute und schöne Gehäuse bauen können. Geschmäcker sind halt unterschiedlich: Nehmen wir etwa eine KEF Blade, meiner Meinung nach sehr extravagant und auf ihre spezielle Art ansprechend.

Sehr spannend fände ich an dieser Stelle, wenn Blogleser einen Vergleich oder ihre eigenen Erfahrungen mit den Vienna-Classic-, Festival- und Belvedere-Serien näher beschreiben könnten. Für einen Vergleich der VC7 an „großer“ Accuphase-Kette mit Jorma Design Lautsprecherkabel und dem Ganzen in „klein“ bei mir zu Hause hoffe ich Frank gewinnen zu können. Die gemeinsamen Eindrücke in einem interessanten Bericht zusammenzufassen und im Blog zu präsentieren überlasse ich gerne ihm.

Epilog

Bedanken möchte ich mich bei Christian Höferl und Bernd Gruhn von Brodmann, dass sie mir die Gelegenheit gegeben haben, ihre außergewöhnlichen Lautsprecher hören zu dürfen. Mein Dank gilt auch dem Entwickler der Brodmann Lautsprecher, Hans Deutsch. Danke auch an Frank, ohne dessen Tipp ich die Vienna Classic VC2 wahrscheinlich nicht kennengelernt hätte.

André Rulle

 

9
Mrz

Anzeigen schief?

Schon mehrere Accuphasebesitzer haben berichtet, dass die Analoganzeigen auf ihren Vollverstärkern schief eingesetzt sind. Ich persönlich bin mit dem Problem bisher nicht konfrontiert gewesen, möchte aber allen Betroffenen hier gerne ein Forum bieten.

Das Foto mit Rasterlinien, das mir gestern geschickt wurde, zeigt das Problem recht anschaulich:

E-560 Analog rechts mit Raster

E-560 Analog rechts mit Raster

Angesichts der Tatsache, dass es sich beim E-560 um einen Verstärker für den Preis eines Kleinwagens handelt, scheint mir das in der Tat nicht akzeptabel. Zumal Accuphase für sich den allerhöchsten Qualitätsanspruch reklamiert, auch was die Verarbeitung anbelangt.

11
Feb

Klingender Strom

GigaWatt_LC-2(MK2)

Kann Strom klingen?

Noch vor einigen Jahren erschien es vielen zweifelhaft, dass Signalkabel einen Einfluss auf den Klang haben können. Mittlerweile ist das common sense, ständig drängen neue Hersteller von Kabeln auf den ohnehin schon unübersichtlichen Markt. Dass die Stromversorgung klanglich irgendetwas bewirken sollen, erschien mir selber früher doch sehr unwahrscheinlich. Wie soll das denn auch gehen? Da läuft der Strom ein paar hundert Meter durch irgendwelche Standardinstallationen, und ausgerechnet der letzte Meter zwischen Steckdose und Gerätebuchse soll da irgendwas reißen?

Erster Schritt: Stromaufbereitung

Nun, ich musst auch in dieser Hinsicht dazulernen. Ein nicht von der Hand zu weisender Gedanke in diesem Zusammenhang scheint mir, dass letzlich auch das Musiksignal aus dem Hausstrom generiert wird – und der ist bekanntermaßen alles andere als sauber. Industrie, Verbaucher, Computer, Lampen – alles streut seine Störungen ins Netz ein. Der erste, schon vor einigen Jahren vollzogene Schritt bestand bei mir also darin, mir einen Accuphase PS-500 als Stromaufbereiter für meine Quellgeräte zuzulegen.  Ich wollte mich auf die Netzkabeldiskussion nicht groß einlassen und dachte, mit dem auf dem Gebrauchtmarkt günstig erworbenen Gerät alle Stromprobleme gelöst zu haben. Den verunreinigten Hausstrom verwandelt der PS-500 (heute ein  PS-500V) in reinen Sinus, der die empfindlichen Quellgerätenachhaltig  erfreut. Die Wirkung bestätigt der Hörvergleich: nach dem Umstecken der Netzkabel vom PS-500 an die Steckerleiste verliert der Klang deutlich an Auflösung und Feinheit. So weit, so gut.

Accuphase PS-500V

Nun kann ich  meine M-2000  Monoblöcke aufgrund der eingeschränkten Leistung des PS-500V da nicht anschließen, sodass diese einige Zeit an zwei günstigen Vovox-Kabeln direkt an der Netzleiste hingen.

Netzkabel

Auf Rat eines britischen Händlers, über den ich die Monos erwarb, probierte ich dann doch mal die Netzkabel LC-2 der polnischen Firma Gigawatt. Ehrlich: ich war entschlossen, die Dinger anzuschließen und dann mit einem “Hab´s ja gleich gewusst, dass das nichts ausmachen kann”-Gefühl des Bestätigtseins wieder zurückzuschicken. War aber nicht so. Es gab einen mehr als deutlichen Unterschied, den ich partout nicht erwartet hatte und der sich auch mit mehrmaligem Umstecken immer wieder verifizieren ließ. Ich würde es so ausdrücken: der Klang war einfach sauberer. Hörbar vor allem bei Stimmen, die plötzlich weniger belegt erschienen, aber auch Instrumente waren fester umrissen, insgesamt war eine leichte Körnigkeit im Klang einfach wegpoliert. Hören kann das, würde ich behaupten, jeder. So ein Gigawatt-Kabel kostet an die 400 Euro, was in der Tat ein Batzen ist. Andererseits kann man für eine entsprechende Klangverbesserung auf der Geräteseite leicht viel mehr ausgeben.

Netzleisten

Danach war ich etwas irritiert, und so war der nächste Schritt der Austausch meiner Netzleiste. Die war keine Baumarktleiste, ich hatte das augenscheinlich solide gemachte No-name-Teil vor einigen Jahren bei einem Hifi-Versender günstig erworben. Da mir die Firma Vovox sympathisch ist und deren Produkte auch in der (gegenüber Voodoo grundsätzlich extrem kritisch eingestelllten) Studiozene weite Verbreitung haben, bestellte ich mir eine Vovox Textura Netzleiste samt Kabel. Auch da hatte ich eigentlich keine Erwartungen, ich hatte auch mit dem Händler ein Rückgabrecht vereinbart, aber auch hier war die Verbesserung sofort hörbar: der Klang war, ja, schneller, dynamischer, konturierter.

Soweit der Stand bis zum Anfang Februar des Jahres 2013. Nachdem ich über die Wichtigkeit der Stromversorgung immer wieder von kompetenter Seite gehört und gelesen hatte, wollte ich dann aber das Thema Netzleiste einer genaueren Prüfung unterziehen und in diesem Zusammenhang auch nochmal die Verbindungen zwischen Stromaufbereiter und Quellgeräten checken. Zu diesem Zweck probierte ich zwei Netzleisten der Firma  Gigawatt, die PF-1 und die PF-2 zum Test, dazu drei Netzkabel LC-1. Diese haben einen etwas dünneren Querschnitt als die sehr massiven LC-2, die ich für die Endstufen verwende. Für die Quellgeräte sollten sie aber allemal ausreichen.

Was dann passierte, überstieg meine Vorstellungen.

Denn schon der Anschluss der PF-1 (und eines LC-2 als Netzzuleitung) ließ meine Anlage aufspielen, wie ich sie noch nicht gehört hatte, ja, ich hatte noch nicht einmal eine Vorstellung davon, dass dieses Potential in ihr steckt. Als hätte man gleich mehrere Filter aufgedreht, nahmen Dynamik und Größe der Darstellung dramatisch zu. Ein Quervergleich mit meiner Vovox Leiste bestätigte den Befund: dieses doch recht renommierte Teil hatte der Musik offenbar regelrecht den Hals zugeschnürt. Ja, selbst wenn ich nur das LC-2 Netzkabel der PF-1 gegen das Vovox Textura tauschte, fiel der Klang regelrecht zusammen. (Als Musik hörte ich übrigens  CDs aus der sensationellen Living Stereo-Reihe, die es seit einiger Zeit gesammelt für einen unfassbar niedrigen Preis gibt: 60 CDs für gut 70 Euro, darunter legendäre Aufnahmen der 50er und 60er Jahre in allerbester Qualität, die klanglich vieles aus der Digitalära toppen. Aber das nur nebenbei…)  Dazu kommt, dass die Gigawatt PF-1 preislich auf dem Niveau der Vovox Textura Leiste liegt, beide kosten ohne Netzzuleitung um die 400 Euro. Aber der klangliche Unterschied ist beträchtlich.

GigaWatt_PF1

Gigawatt PF-1

Die Vovox Leiste war also aus dem Rennen, aber nun war ich gespannt, ob die deutlich teurere PF-2 noch eine Schippe würde drauflegen können. Vorher aber wechselte ich noch die Kabel zwischen Accuphase PS-500V und Vorstufe, bzw. CD-Player. Die waren bisher mit 2 Kimber PK-10 verbunden, die ich mal günstig erworben hatte. Und auch hier war der Klanggewinn deutlich: nicht so eklatant wie bei der Netzleiste, aber Stabilität und Dynamik legten auf jeden Fall zu, beim Gegencheck mit den Kimber Kabeln klang es vergleichsweise verwaschen. Ein ähnliches Bild ergab sich beim Wechsel des Zuleitungskabels zum PS-500V. Zuvor hing hier ein billiges Vovox Initio  (was soll das an dieser Stelle schon ausmachen, dachte ich immer, der Stromaufbereiter macht doch erst den Strom) aber auch war sofort zu hören.

Dann schloss ich also die PF-2 an, die eine aufwendigere Filterung besitzt und über noch massivere Stromschienen verfügt als das kleinere Modell. Der Unterschied war subtiler. Zunächst kam mir der Klang der PF-2 pauschal etwas wärmer, fülliger vor als mit der PF-1, die mir eine Spur nüchterner schien. Ich hörte mit beiden Leisten abwechselnd verschiedene CDs und SACDs, und erst nach Stunden, bei einer Aufnahme mit der Jazzsängerin Ida Sand bekam ich die Sache dann auf den Punkt. Mit der PF-2 klang ihre Stimme definierter, klarer umrissen, auch schien mir die PF-2 komplexe Musikpassagen eine Spur besser aufzulösen. Eine Empfehlung sind beide Netzleisten aber auf jeden Fall, wobei auch hier gilt: Vorher ausprobieren!

Gigawatt PF-2

Gigawatt PF-2

Ich war nach dieser Erfahrung gleichermaßen beglückt und schockiert. Beglückt über den Zugewinn an klanglichem Realismus, der sich mit dem Wechsel von Komponenten, wenn überhaupt, nur unter Einsatz von irrsinnigen Summen erreichen ließe. Schockiert darüber, welchen Einfluss die Stromversorgung auf das klangliche Resultat hat. Ich kann nur jedem Audiophilen raten, sich damit eingehend auseinanderzusetzen. Wer meint, Defizite bei seiner Anlage zu haben, sollte damit anfangen und nicht gleich einen neuen Verstärker oder neue Boxen kaufen. Möglicherweise liegt da nicht das Problem. Natürlich darf man die Lautsprecherkabel auch nicht vergessen.

Was sonst noch machbar ist

Vor der Fertigstellung unseres Hauses habe ich vom Elektriker noch einige Sachen einbauen lassen. Im Sicherungskasten sitzt ein Klangmodul der Firma AHP, die Anlage verfügt über einen separaten Stromkreis, die Netzleiste ist mit einer Furutech-Dose ans Stromnetz angeschlossen. Das kostet alles nicht viel, zu hören ist es aber deutlich: ich habe mal probehalber die Netzleiste an eine andere Dose angeschlossen, mit gleicher Phasenlage natürlich, und der Klangunterschied ist genauso zu beschreiben wie beim Tausch der Netzleiste: als hätte man eine angezogene Handbremse gelöst, floss die Musik einfach leichter, dynamischer, mit präsenterem Bass. Was den Unterschied jetzt wirklich ausmacht – Klangmodul? Stromkreis? Steckdose? ist schwer festzumachen, alles zusammen bewirkt auf jeden Fall eine deutliche Verbesserung – und das für vergleichsweise wenig Geld.

 

2
Feb

Furutech Disc Demagnetizer RD-2

Furutech RD-2

Furutech RD-2

Eigentlich war er schon verkauft, und das kam so: Ich hatte den Furutech RD-2 günstig gebraucht erworben und dann einen Versuch mit dem schon beim AHP-Klangtuch bewährten Blindtestverfahren unternommen: 2 identische SACDs (“Dark Side of the Moon” von Pink Floyd) markiert, eine davon in den Furutech und dann beide gemischt, sodass ich nicht mehr wusste, welche ich nun in der Hand hatte. Davor hatte ich beide CDs auch mit dem Klangtuch behandelt, um auszuschließen, dass es sich um ähnliche Effekte handelt. Dann die CDs abwechselnd in den Player – doch auch nach mehrfachem Austauschen der CDs hörte ich keinerlei Unterschiede. OK, dachte ich, auch gut. Schließlich ist das Prozedere mit Einlegen und 30 Sekunden warten ein wenig lästig, und überhaupt, was soll schon groß magnetisch sein bei CDs? Ja, und dann stellte ich ihn in den Audiomarkt, wo sich alsbald die ersten Interessenten meldeten – die offenbar alle überzeugt davon waren. Also wagte ich, nachdem ich einem potentiellen Käufer eigentlich schon zugesagt hatte, noch einen zweiten Versuch mit einer anderen CD, dem Wohltemperierten Clavier von Bach in einer ECM-Aufnahme mit Andras Schiff – die besitze ich nämlich zufälligerweise auch zweimal. Und siehe, bzw. höre da: es gab einen deutlichen, sofort verifierbaren Unterschied nach der Behandlung im Furutech (natürlich hatte ich beide CDs zuvor unbehandelt verglichen und keinen Unterschied bemerkt). Die behandelte, die ich zuverlässig heraushören konnte, klang offener und präsenter, vor allem im Grundtonbereich, ingesamt hatte der Flügel etwas mehr Körper und Substanz. Es scheint nicht mit allen CDs zu funktionieren – aber mit einigen eben schon.

Fazit: Den Furutech Demagnetizer kann man durchaus mal ausprobieren. Gebraucht bekommt man ihn ab etwa 190 Euro, neu kostet der Nachfolger des RD-2, der Acoustic Revive RD-3, um die 500 Euro.

13
Jan

Netzkabel – ein Erfahrungsbericht

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von André Rulle

Liebe Hifi-/Highend-Freunde,

hier ein Artikel zu diversen Netzkabeln und meinen (subjektiven) Hörerfahrungen damit. Vorab möchte ich einleitend jedoch einige, mir wichtige Dinge klarstellen, weil ich keinen Ärger mit diversen Vertrieben und Händlern haben will sowie keine Grundsatzdiskussionen mit anderen Audiophilen, die „das ganz anders“ sehen.

Das war der Prolog und somit schließt dieser Artikel an denjenigen an, den ich am 6. November 2012 unter „Stromversorgung – kein Voodoo“ gepostet habe. Ja, und ich sage es noch einmal: die Klangverbesserung durch den PS 500V konnte ich nicht verpassen und wie bereits in dem Artikel erwähnt, gab es auch ein Netzkabel von Schnerzinger in Verbindung mit einem Produkt von Herrn Brämer, welche damals noch ohne PS 500V und mit einfacher Naim-Netzleiste, ebenfalls nachvollziehbare Verbesserungen in der Musikalität und deren Abbildung brachten. Allerdings zu einem Preis von 3.500 Euro für zwei Netzkabel! Aber meine Neugier war geweckt und so ging es weiter:

Vorab möchte ich mich bei allen bedanken, die mir die Gelegenheit gegeben haben, Ihre Produkte in meiner Kette zu Hause testen zu können:

Herrn Michael Kellner(Audiophil/München)

Herrn Jörg Klein (Hörgenuss für Audiophile)

Herrn Uwe Heile (Hifi-Sudio in Falkensee)

Herrn Tim Philipps (Euronics Philipps/Haltern)

Um meine Geschäftsbeziehungen zu den Herren kurz klarzustellen:

Meine Lautsprecher habe ich von Herrn Heile erworben, der Hersteller ist Audiophil. Herr Kellner (Geschäftsführer von Audiophil) hat mir die Lautsprecher angeliefert, weil es sich gerade so ergab. Hifi-Studio in Falkensee, ein Tipp für „Audiophile Hörer“. Audiophil, Herr Kellner – eine Klasse für sich. Danke!

Herrn Klein habe ich durch Frank empfohlen bekommen und diese Empfehlung kann ich nur weiter geben. Sehr angenehm! Vielen Dank.

Von Herrn Philipps wollte ich ursprünglich Fischer und Fischer Lautsprecher erwerben. Zum testen hatte ich von ihm die SN 450 (eine Wucht, leider auch in der Dimensionierung – ich bewohne kein Schloss) und die SN 370 erhalten. Die SN 370 wurde von Thomas Fischer persönlich angeliefert. Gekauft habe ich letztendlich den PS 500V bei ihm Herrn Philipps. Ein sehr netter, fairer Hifi-Enthusiast.

Zu den Netzkabeln in chronologischer Reihenfolge, wie ich sie erhalten und getestet habe:

Durch die Erfahrungen mit den Schnerzinger-Netzkabeln, die leider aufgrund des für mich zu hohen „Anschaffungswiderstandsbeiwerts“ nicht in Frage kamen, ergab sich die Gelegenheit, Netzkabel von Audiophil bei mir zu hören. Herr Kellner war in der Region auf Präsentationstour unterwegs und ich konnte einen Termin bei ihm ergattern. Der PS 500V war bereits bei mir eingezogen und Herr Kellner hatte zunächst hauseigene Verbindungen von Audiophil bei mir installiert. Ergebnis: Haptik sehr gut, Flexibilität der Kabel gut, doch die Klangausbeute hätte mich nicht zu einer Investition gereizt. Aber er hätte auch noch Leitungen der Referenzkette (FURUTECH FI-E 38R Schuko-Netzstecker, FURUTECH FI 28 R Schuko-Netzkupplung, FURUTECH Alpha 3) dabei. Ob ich die hören wollte, na klar doch, Herr Kellner, bitte einstöpseln. Und schon ging es los, wow, das war es, was ich wollte. Druckvoll, mit schöner Bühnenpräsenz und bei 3 Netzkabeln etwa halb so teuer wie „Schnerzinger und Co.“ So geht High-End. Klasse. Aber, geht’s vielleicht noch günstiger?

Somit ging die Suche weiter. Herr Klein sandte mir LC-1 und LC-2 Gigawatt-Netzkabel zu (vgl. dazu auch die Erfahrungen von Frank), die mit Endstufen jeglicher Art ohne Zweifel zutreffen werden.

Ich arbeite bei einem großen Energieversorger und kann den Zusammenhang von Leitungslängen, Leistungstransport und Kabelquerschnitt daher sehr wohl einordnen!

Nur bei mir waren die aus Solid Core Strängen bestehenden Verbindungen ungünstig, weil sperrig. Auch klanglich habe ich mir mehr erwartet. Leitungstransport war bei meinem E-250 nicht das Thema. Die Haptik war sehr gut, aber die Flexibilität für mich kaum ausreichend.

Also weitersuchen. So weckten die nachfolgenden Netzkabel mein Interesse: Vovox textura, Kimber PK 14 gold, Heaven Gate Ultra Surpreme, JPS Labs

Beim Test der beiden letztgenannten Produkte (Heaven Gate Ultra Surpreme , JPS Labs) fasse ich mich kurz, da sie wegen ihres Querschnitts, der damit verbundenen geringen Flexibilität und der für mich fehlenden Musikalität nicht in Frage kamen. Wie sie bei Endstufen Leistung transportieren vermag ich nicht zu beurteilen und bin gespannt auf die Erfahrungsberichte anderer. Wegen der Haptik würde ich die Gigawatt-Netzkabel in jedem Fall vorziehen, preislich bestand nahezu kein Unterschied zum LC-2.

Vovox textura und Kimber PK 14 gold fallen da in eine ganz andere Kategorie, sind recht flexibel und von der Haptik her echt klasse. Preislich sehr interessant,  konnten aber beide klanglich nicht ganz an die Audiophil/Furutech-Variante heranreichen.

Silent wire AC 16: toll beworben, super Kritiken in Fachzeitschriften, exzellente Haptik – aber  klanglich ………. Pustekuchen. Klar sind sie besser als „Beipackstrippen“, aber für fast 500 Euro (ein Meter Kabel) muss ich mehr erhalten als exzellente Haptik.

Um mein Ranking hier vorzustellen würde ich, in Abhängigkeit vom Preis das Vovox textura wählen. Preis und Leistung halte ich hier für exzellent.

Phonosophie AG MK2. Für den aufgerufenen Preis eine klasse Verbindung, aber nur für Komponenten, die ein wenig in den Höhen schwächeln. Das Kabel hebt die Höhen, greift also mehr als jedes andere bislang beschriebene Netzkabel in das Klangbild ein, verändert es, manipuliert es. Daher wirkt bei mir alles analytischer, ich aber wollte Klanggewinn, Bühne, Authentizität. Daher für mich trotz hoher Flexibilität ungeeignet, in entsprechenden Anlagenkombinationen aber durchaus eine Empfehlung. Für Accuphase-Besitzer eher nicht.

Furutech Evolution Power II, meine Hoffnung. Oh Mann, ich öffnete den Kartondeckel und dachte: Eine Python! Ich war von den Audiophil-Furutech-Netzkabeln so angetan das ich vermutete, mit den originalkonfektionierten Verbindern genau so gut bedient zu sein und diese bei Bedarf auch besser veräußern zu können. Und – nix. Zitat Herr Kellner (vor meinem Versuch):

„Die Evolution Power II – Netzkabel haben wir neben vielen weiteren Netzkabeln getestet, sie erreichen bei weitem nicht die Qualitäten der von uns ermittelten Kombination von Netzkabeln.“

Nach meinem Test muss ich sagen: „Stimmt. Chapeau!“ Die Kabel waren in meinem Test diejenigen, die extrem sperrig waren. Klanglich waren sie nach den Netzkabeln von Audiophil/Furutech am besten, aber bei vergleichbarem Preis halt doch lange nicht so gut wie diese und eher bei den klanglichen Meriten der Vovox textura angesiedelt.

Mein Fazit: Wer für 2,0 Meter Kabel rund 700 Euro ausgeben kann und möchte, ist mit den Netzkabeln von Audiophil /Furutech bestens bedient. Die Kabel sind höchst musikalisch und recht flexibel.

Nicht vergessen habe ich die Netzkabel Vovox textura und Kimber PK 14 gold. Mein Preis-, Leistungsfavorit ist hier aber klar das Vovox textura. Wenn ich meine PS 500V durch einen PS 510 ersetzten sollte, werden es (für mich) die Vovox textura werden.

Von der Wanddose zum PS 500V wird bei mir erst einmal ein Inakustik AC 1502 zum Super-, Sonder- Schleuderpreis eingesetzt, weil nach dem PS 500V die „Karten“ neu gemischt werden. (Übrigens, das LS 1202 war auch gut, aber extern sperrig, daher musste es dem Jorma Design weichen, aber das Preis-, Leistungsverhältnis stimmte.) Das AC 1502 habe ich noch nicht, wird aber bald kommen. Ich bin gespannt.

Audiophile Grüße

André

11
Jan

Jorma Design

Jorma Design No. 3

Jorma Design No. 3

Da der Kabelmarkt inzwischen völlig unübersichtlich geworden ist, braucht man ab und zu einen Tipp, um auf etwas wirklich Interessantes zu stoßen. Dem Blog-Leser und Accuphase-Liebhaber André Rulle sei in diesem Zusammenhang gedankt, dass er mich auf die Kabel der schwedischen Firma Jorma Design aufmerksam gemacht hat.
Ich gebe zu, dass ich von deren Produkten bis vor kurzem noch nichts gehört hatte, was André berichtete klang aber so vielversprechend, dass ich mich mal auf die Suche gemacht habe. Zunächst ergatterte ich ein XLR-Kabel der günstigsten Jorma Serie No.3, das im Vergleich zu meinen Nordost Valhalla XLR schon mal nicht schlechter klang, was mich aber nicht sehr verwunderte: nach meiner Erfahrung sind die Unterschiede zwischen ordentlichen NF-Kabeln  minimal. Bei einem Gebrauchtpreis von 360.- für das Jorma und etwa 1600.- für das Valhalla war die Sache jedenfalls klar: das Valhalla durfte gehen. Und der Verkauf – schöner Nebeneffekt – spülte soviel Geld in die Kabelkasse, dass ich von einem holländischen Händler ein Paar Lautsprecher-Vorführkabel der gleichen Serie No. 3 erwerben konnte.

Damit begann es spannend zu werden.

Denn diese dünnen, unspektakulären Litzen schafften es, meine bis dahin sehr geschätzten Reinsilberkabel von Klang Manufaktur mit einer Leichtigkeit an die Wand zu spielen, dass mir fast die Spucke wegblieb. Meine Anlage spielte, als hätte man gleich mehrere Filter aufgemacht. Der Klang war viel direkter, unmittelbarer, auch dichter, mit stärkeren Farben, Impulse kamen wie gestochen. Unglaublich. Das Einzige, was mich etwas irritierte, war eine leichte Überbetonung und Rauigkeit in einem bestimmten mittleren Frequenzbereich, was vor allem bei Frauenstimmen auffiel. Ich führte es zunächst auf die Raumakustik, bzw. die Aufstellung zurück. Dennoch: diese Kabel (UVP für 2,5 Meter in NL 1.615.-), sind schon der Hammer. Immerhin hatte das Klang Manufaktur Kabel im Vergleich ein Silent Wire LS 38, und dieses zuvor ein Kimber KS 3035 ausgestochen.

Aber es kam noch besser.

Denn da die No. 3 Serie die günstigste von Jorma Design ist, interessiert mich natürlich, wie dann erst die teureren Kabel spielen würden. Hans van Put von HVP Audio schickte mir zum Ausprobieren ein Paar Vorführkabel der neuen UNITY-Reihe. Das sieht schon deutlich wertiger aus: ein etwas dickeres, steiferes, mit WBT-Steckern konfektioniertes Lautsprecherkabel, das mit einem Holzring aus Ahorn samt Seriennummer es schon optisch auf seinen deutlich höreren Preis hinweist (UVP 4.800.- für 2,5 m single wire in NL). Die Optik wäre mir egal – doch Fakt ist, das UNITY klingt umwerfend.

Nicht nur, dass die erwähnte Überbetonung völlig verschwunden war. Das Unity besitzt die Direktheit und die Farbigkeit des No. 3, fügt diese aber in ein tonales Gesamtbild, das ich so von (m)einer Hifi-Anlage noch nicht gehört habe. Das Klangbild ist wahrsten Sinne holografisch, dreidimensional: bei einer guten Orchesteraufnahme erscheint der nach hinten in die Tiefe gerückte Raum bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet, jedes Instrument ist an seinem Platz zu orten. Es war mir bisher nicht klar, dass das wirklich bei einer Stereoaufnahme derart plastisch möglich ist. Auch die schon ausgezeichnete Auflösung des No. 3 ist nochmal deutlich gesteigert – ähnlich, wie wenn man bei einer Digitalkamera die Anzahl der Pixel erhöht, erscheinen Stimmen und Instrumente in ihrer Feinstruktur präziser dargestellt. Ja, im Vergleich zum Unity klingt das No. 3 fast etwas grob. Wobei das eine Kritik auf allerhöchstem Niveau ist.

Jorma Design Unity

Jorma Design Unity

Um das, wovon ich hier schreibe, noch etwas anschaulicher werden zu lassen: es geht hier mitnichten um Nuancen. Den Unterschied zwischen den Kabeln von Klang Manufaktur und dem Jorma No. 3 kann man durchaus vergleichen wie den zwischen den CD-Spielern Accuphase DP-400 und DP-700 – und da liegen immerhin knapp 15.000.- Preisunterschied dazwischen. Die Kluft zwischen No. 3 und  Unity ist noch einmal ähnlich. Um einen anderen Vergleich heranzuziehen: wesentlich deutlicher auch als etwa zwischen den Vorstufen Accuphase C-2820 und C-3800, den ich vor kurzem gemacht habe.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: wer seine Anlage verbessern will, sollte sich nicht nur um die Elektronik und Lautsprecher kümmern, sondern auch die Kabelage optimieren. Die Kabel von Jorma Design sind dabei das beste, was mir bisher untergekommen ist: Keine Ahnung, wie die Schweden das machen.

5
Jan

Finite Elemente Cerabase

Cerabase

Cerabase

Nachdem ich schon einige Jahre ein Finite Elemente Signature Rack benutze, habe ich immer mal wieder mit dem Gedanken gespielt, die Spikes versuchsweise durch Cerabase zu ersetzen – allerdings erschien es mir nicht allzu dringlich, dazu sind die Preise für Cerabase sogar auf dem Gebrauchtmarkt hoch. Vor einigen Wochen nun konnte ich einen Satz zu einem vernünftigen Preis ergattern, es hat aber wieder eine Zeit gedauert, bis ich die Dinger nun endlich montiert hatte – was im Übrigen ziemlich einfach geht.
Auch hier muss ich sagen, dass ich eigentlich keine großen Erwartungen hatte, was eine Klangveränderung anbelangt: ähnlich wie bei den Netzkabeln erschien mir das rein technisch gesehen schwer zu erklären. Andere Füße an ein Toprack, das ja selber schon auf größte Resonanzarmut ausgelegt ist – das dürfte nicht allzuviel ausmachen. Umso größer meine Verblüffung! Der Unterschied war sofort zu hören, auch ohne Blindtest (der sich in diesem Fall etwas schwierig gestalten dürfte…). Kurz gesagt: deutlich mehr Dynamik, präsentere Raumabbildung, merklich strafferer, beweglicherer Bass. Das Klangbild erscheint energiereicher, ähnlich dem Effekt beim Austausch der Netzkabel.

Fazit: Eine klare Empfehlung, gerade unter Finite Elemente Racks!

Ich werde nach dieser Erfahrung mal daran gehen, auch die Spikes unter den Endstufenbasen durch die etwas günstigeren Cerapucs zu ersetzen – wer zufällig welche zu verkaufen hat, möge sich melden. Bericht folgt.

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