Accuphase CD/SACD Player
Accuphase CD-Player
Grundsätzlich finde ich, dass sich hier von allen Gerätegattungen entwicklungsmäßig in den letzten 15 Jahren am meisten getan hat.Der Klang heutiger Modelle ist meilenweit entfernt von den Modellen der digitalen Frühzeit, und es war (und ist) Accuphase, das während dieser Entwicklung immer wieder Meilensteine gesetzt hat.
Accuphase DP-55

- Accuphase DP-55
Meinen ersten Accphase-Player erstand ich gebraucht von einem Händler in Stuttgart, nachdem ich im Hörvergleich mit meinem Sony XA-50 ES leichte Vorteile für den Accu zu hören meinte. Der Player klang fein und warm, es fehlte jene Harschheit, die bis dahin das Markenzeichen der meisten CD-Spieler im Vergleich zum analogen Plattenspieler war, und das genügte mir auch erst einmal. Im (späteren) Vergleich zum DP-67 erschien er dagegen undynamisch und, was die Raumabbildung anbelangt, etwas schwammig und diffus.
Heute kosten gebrauchte DP-55 um die 1100.- Euro
Accuphase DP-55V

Accuphase DP-55V
Den Nachfolger des DP-55 konnte ich erst unlängst in einem sehr interessanten Vergleich mit dem DP-57, dem DP-400 und dem DP-700 hören (Beschreibungen dieser Geräte finden Sie untenstehend). Im Vergleich zum DP-55, den ich noch gut in Erinnerung habe, klingt der 55V deutlich fülliger, wärmer, grundtöniger. Allerdings wird diese (vermeintliche) Fülle mit einem Verzicht auf Details erkauft. Wie wenn man bei einem Fernseher Kontrast und Farbsättigung erhöht, sieht das Bild zunächst plastischer aus, aber die Feinheiten tendieren zum Verschmieren. Geigen klingen über den 55V ein wenig wie ein Mellotron, merkwürdig künstlich, auch eine Bühne nach hinten baut er nur in Ansätzen auf. Freilich: wer vor allem Pop und Rock hört, könnte mit der saftigen Performance dieses Players durchaus glücklich werden. Für Klassikhörer und Feingeister ist er aber nicht geeignet.
Die Gebrauchtpreise für die älteren Player sind in letzter Zeit deutlich gefallen, einen DP-55V gibt es mittlerweile ab etwa 1200.-
Accuphase DP-57

Accuphase DP-57
Der Nachfolger des DP-55V bietet schon eine wesentlich audiophilere Vorstellung. Optisch sind beide Geräte sehr ähnlich, doch klanglich hat sich beim DP-57 viel getan. Der Player klingt deutlich transparenter, höher auflösend, tonal ausgeglicherer. Vor allem der beim 55V übertrieben dargestellte Grundtonbereich, der Fülligkeit vortäuscht, ist hier wieder auf Normalmaß zurückgefahren. Die Auflösung ist zwar besser als beim 55V, doch hat auch der 57 mitunter Probleme, wenn es darum geht, das spezifische Timbre von Stimmen genau wiederzugeben – im Vergleich mit dem DP-700 hört man das sehr deutlich. Trotzdem: der DP-57 ist innerhalb der Accuphase-Player immer noch konkurrenzfähig
Gebrauchte DP-57 gibt es ab etwa 1700.-
Accuphase DP-67

- Accuphase DP-67
Im Rückblick war dieser Player mein zweites Highend-Erweckungserlebniss nach dem E-210. Der Unterschied zum DP-55 war dramatisch. Plötzlich standen Instrumente regelrecht festgemeißelt im Stereoraum, besaßen Instrumente eine fast haptische Plastizität. Der DP-67 ist ein echtes Kraftpaket: enorm dynamisch, mit satten Farben und einer derart souveränen Wiedergabe, dass ich wieder den “Besser-gehts-doch-nicht-mehr”-Reflex empfand. Verarbeitung und Haptik auf sind auf Panzerschrankniveau. Auch heute ist der DP-67 absolut konkurrenzfähig, was sich auch an den sehr stabilen Gebrauchtpreisen zeigt (2000-2300 Euro)
Dass auch dieser Player kleine Schwächen hat, merkte ich erst im Vergleich mit dem DP-77.
Accuphase DP-77

- Accuphase DP-77
Den DP-77 kaufte ich, weil ich mich für das SACD-Format interessierte. Der Vergleich zum 67er war wiederum verblüffend, aber ganz anders als der vom 55er zum 67er: ist der DP-67 ein Kraftprotz, so könnte man den DP-77 als Feingeist bezeichnen. Sein hervorstechendstes Merkmal ist: Auflösung auch der feinsten Strukturen. Mit ihm hörte ich (ermöglicht durch die C-2400) Details, die ich vorher nicht wahrgenommen hatte. Das messerscharf herausgemeißelte Klangbild des DP-67 blieb erhalten, weitete sich aber nach hinten in die dritte Dimension aus, dabei blieben Farbenreichtum und Dynamik grundsätzlich ähnlich, wobei ich den 77er etwas heller und feiner in Erinnerung habe als den DP-67. Interessant, dass beide Player auf dem Gebrauchtmarkt preislich nicht so weit auseinanderliegen (DP-67 ab ca. 2200.- DP-77 ab ca. 3000.-), was bei den sehr unterschiedlichen Neupreisen von 5600.- (DP-67) und 12000.- (DP-77) doch verwundert. Ich vermute, dass es daran liegt, dass der DP-67 durch die vielen tollen Testberichte ein besseres Image besitzt als der wenig bekannte DP-77, der soweit ich weiß nur einmal getestet wurde (in der STEREO bekam er 100% für den Klang). Den DP-77 jedenfalls halte ich für einen Geheimtipp auf dem Gebrauchtmarkt.
(An dieser Stelle würde ein Hörbericht über den DP-78 gut passen. Vielleicht hat ihn jemand mit dem 67/77 vergleichen können?)
Accuphase DP-400

Accphase DP-400
Der auch optisch wunderschön gemachte DP-400 ist der aktuelle Einstiegsplayer von Accuphase, und ich konnte ihn im Vergleich sowohl mit seinem Vorgänger, dem DP-57, als auch mit dem DP-700 hören. Und da schlug er sich insgesamt prächtig, denn vom 57 setzt sich der 400er sehr deutlich ab. Er klingt einfach erwachsener, und das in jeder Beziehung. Verfärbungen sind praktisch nicht mehr wahrzunehmen, Instrumente und Stimmen werden tonal sauber und hoch aufgelöst dargestellt, auch fein- und grobdynamisch gibt es nichts zu meckern. Die Wiedergabe hat Saft und Finesse, und wer den 700er (oder einen anderen hochwertigeren Player) nicht kennt, der dürfte kaum einen Grund haben, sich vom DP-400 zu trennen. Freilich: das Klangbild des DP-700 ist im Vergleich noch einmal deutlich runder, die Höhen haben mehr Schmelz, Klavieranschläge schwingen länger aus, die Raumausleuchtung ist genauer. Allerdings liegen da auch knapp 15000 Euro Preisunterschied dazwischen. Deshalb: der DP-400 ist ein Tipp.
Gebrauchte DP-400 gibt es ab etwa 2600.-
Accuphase DP-700
Mit dem DP-700 kommt man in audiophile Bereiche, wo die Luft dünn wird. Ich bin mir nicht sicher, ob weitere deuliche Steigerungen noch möglich sind, vermute aber, dass sie zumindest nicht mehr allzu

- Accuphase DP-700
spektakulär ausfallen dürfte. Die Performance des DP-700 jedenfalls ist derart nahe am Live-Vorbild, wie ich es bisher bei CD-Wiedergabe noch nicht empfunden habe. In ein edles Holzgehäuse verpackt, verströmt auch der 700er schon äußerlich ein State-of-the-art Image - allein, mit welch sanfter Präzision die Lade herausfährt, kann Technikfans begeistern. Gegenüber dem schon sehr guten DP-77 verströmt das Klangbild noch einmal mehr Fülle, Ruhe und Plastizität – ähnlich, wie ich es beim Umstieg auf die Vor-Endkombi beschrieben habe, wirkt die Darstellung größer, direkter, als würde noch einmal ein Schleier vor der Bühne weggezogen. Alles Technische, Künstliche, das eine CD-Wiedergabe manchmal noch besitzen mag, ist hier verschwunden. Die Wiedergabe klingt völlig selbstverständlich und entspannt, als müsse es genau so und nicht anders sein. Das klingt jetzt vielleicht etwas schwärmerisch, aber so empfinde ich es. Der Unterschied zum DP-600 soll übrigens nicht groß sein, wie man hört. Konnte beide Player jemand vergleichen? Und hat gar jemand die neue Kombi DP-900/DC-901 gehört? Mal sehen, wann Accuphase den Nachfolger des DP-700 auf den Markt bringt. Wahrscheinlich wollen sie erst das Käuferpotential für die neue Kombi abschöpfen….
Gebrauchte DP-700 sind sehr selten und kosten nicht unter 7500.-, PIA-Geräte kaum unter 9000.- Euro.