Beiträge der Kategorie ‘Jorma Design’

13
Mrz

Ein Vergleich der Lautsprecherkabel Jorma No. 3 und Jorma Unity

Dieser Text ist ein Gastbeitrag von Andreas Rulle

Ich habe fertig!

Gleich vorweg: Das Jorma No. 3 halte ich persönlich für ein sehr gutes Kabel. Und wenn man das Preis-, Leistungsverhältnis betrachtet dürfte es wohl schwer zu toppen sein.

Dennoch trifft das Unity den Ton schlichtweg noch besser. Hört man beide Kabel nicht im direkten Vergleich, fehlt beim No. 3 scheinbar zunächst nichts. Hörprofis mag auffallen, dass das No. 3 im Vergleich zum Unity etwas grob klingt, vielen Musikliebhabern dürfte das aber durchaus gut gefallen. Die Musik scheint mit dem No. 3 etwas mehr Attacke zu haben, doch ausgewogener und im Wortsinne stimmiger spielt das Unity. Wie sich das Kabel in einer Kette für weit über 50.000 Euro präsentiert ist bereits im Blog beschrieben worden. Ich habe beide Kabel an einer „kleinen“ Accuphase-Kombi verglichen und kann feststellen, dass die Jorma Unity Lautsprecherkabel auch in dieser vergleichsweise günstigen Kombination gut investiertes Geld sind und dem Hörer einen gewaltigen Klanggewinn bescheren. Damit habe ich nicht gerechnet. Vor allem bei akustischer Musik, also bei Klassik und Jazz ist das schlicht wunderbar.

Ich halte es für gut möglich, dass auch andere, vergleichbare Elektronik ähnlich auf die Kabel anspricht. Wesentlich teurere Elektronikanschaffungen kann man sich da unter Umständen sparen.

Gerne möchte ich noch bei Gelegenheit das Unity mit dem nochmal deutlich teureren Origo vergleichen. Zurzeit „habe ich aber fertig“ und freue mich an meinem Neuerwerb.

11
Jan

Jorma Design

Jorma Design No. 3

Jorma Design No. 3

Da der Kabelmarkt inzwischen völlig unübersichtlich geworden ist, braucht man ab und zu einen Tipp, um auf etwas wirklich Interessantes zu stoßen. Dem Blog-Leser und Accuphase-Liebhaber André Rulle sei in diesem Zusammenhang gedankt, dass er mich auf die Kabel der schwedischen Firma Jorma Design aufmerksam gemacht hat.
Ich gebe zu, dass ich von deren Produkten bis vor kurzem noch nichts gehört hatte, was André berichtete klang aber so vielversprechend, dass ich mich mal auf die Suche gemacht habe. Zunächst ergatterte ich ein XLR-Kabel der günstigsten Jorma Serie No.3, das im Vergleich zu meinen Nordost Valhalla XLR schon mal nicht schlechter klang. Bei einem Preis von 750.- für das Jorma und etwa 1600.- für das Valhalla war die Sache dann klar: das Valhalla durfte gehen. Und der Verkauf – schöner Nebeneffekt – spülte soviel Geld in die Kabelkasse, dass ich ein Paar Lautsprecherkabel der gleichen Serie No. 3 erwerben konnte.

Damit begann es spannend zu werden.

Denn diese dünnen, unspektakulären Litzen schafften es, meine bis dahin sehr geschätzten Reinsilberkabel von Klang Manufaktur mit einer Leichtigkeit an die Wand zu spielen, dass mir fast die Spucke wegblieb. Meine Anlage spielte, als hätte man gleich mehrere Filter aufgemacht. Der Klang war viel direkter, unmittelbarer, auch dichter, mit stärkeren Farben, Impulse kamen wie gestochen. Unglaublich. Das Einzige, was mich etwas irritierte, war eine leichte Überbetonung und Rauigkeit in einem bestimmten mittleren Frequenzbereich, was vor allem bei Frauenstimmen auffiel. Ich führte es zunächst auf die Raumakustik, bzw. die Aufstellung zurück. Dennoch: diese Kabel (UVP für 2,5 Meter 1815.-), sind schon der Hammer. Immerhin hatte das Klang Manufaktur Kabel im Vergleich ein Silent Wire LS 38, und dieses zuvor ein Kimber KS 3035 ausgestochen.

Aber es kam noch besser.

Denn da die No. 3 Serie die günstigste von Jorma Design ist, interessiert mich natürlich, wie dann erst die teureren Kabel spielen würden. Das Unity sieht schon deutlich wertiger aus: ein etwas dickeres, steiferes, mit WBT-Steckern konfektioniertes Lautsprecherkabel, das mit einem Holzring aus Ahorn samt Seriennummer es schon optisch auf seinen deutlich höreren Preis hinweist (UVP 4.500.- für 2,5 m single wire). Die Optik wäre mir egal – doch Fakt ist, das UNITY klingt umwerfend.

Nicht nur, dass die erwähnte Überbetonung völlig verschwunden war. Das Unity besitzt die Direktheit und die Farbigkeit des No. 3, fügt diese aber in ein tonales Gesamtbild, das ich so von (m)einer Hifi-Anlage noch nicht gehört habe. Das Klangbild ist wahrsten Sinne holografisch, dreidimensional: bei einer guten Orchesteraufnahme erscheint der nach hinten in die Tiefe gerückte Raum bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet, jedes Instrument ist an seinem Platz zu orten. Auch die schon ausgezeichnete Auflösung des No. 3 ist nochmal deutlich gesteigert – ähnlich, wie wenn man bei einer Digitalkamera die Anzahl der Pixel erhöht, erscheinen Stimmen und Instrumente in ihrer Feinstruktur präziser dargestellt. Ja, im Vergleich zum Unity klingt das No. 3 fast etwas grob. Wobei das eine Kritik auf hohem Niveau ist.

Jorma Design Unity

Jorma Design Unity

Um das, wovon ich hier schreibe, noch etwas anschaulicher werden zu lassen: es geht hier mitnichten um Nuancen. Den Unterschied zwischen den Kabeln von Klang Manufaktur und dem Jorma No. 3 kann man durchaus vergleichen wie den zwischen den CD-Spielern Accuphase DP-400 und DP-700 – und da liegen immerhin knapp 15.000.- Preisunterschied dazwischen. Die Kluft zwischen No. 3 und  Unity ist noch einmal ähnlich.

Was ich über die LS-Kabel geschrieben habe, gilt auch für die Signalkabel. Während meiner Accuphase-Zeit konnte ich hier praktisch keine Unterschiede wahrnehmen, doch in meiner aktuellen Anlagenkonstellation sind auch die Klangeigenschaften von NF-Kabeln signifikant. Und auch hier toppt das UNITY das schon wirklich gute No. 3 in allen Belangen: mehr Auflösung, die Instrumente und Stimmen sauberer getrennt, große Bühne. Wirklich erstaunlich.

Man kann es nicht oft genug wiederholen: wer seine Anlage verbessern will, sollte sich nicht nur um die Elektronik und Lautsprecher kümmern, sondern auch die Kabelage optimieren. Die Kabel von Jorma Design sind dabei das beste, was mir bisher untergekommen ist: Keine Ahnung, wie die Schweden das machen.

Wichtig: Da ich seit Ende 2013, mein eigenes Wohnraumstudio concert audio betreibe und damit eine Vermischung von privaten mit geschäftlichen Interessen nicht auszuschließen ist, habe ich mich daher entschlossen, diesen privaten Audiophilie-Blog ab 2014 auf allgemeine Themen zu beschränken, d.h. es gibt von mir keine weiteren Beiträge über Produkte mehr  – diese stehen ab jetzt auf meinem Blog auf concert audio.
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