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13
Jan

Netzkabel – ein Erfahrungsbericht

Der folgende Text ist ein Gastbeitrag von André Rulle

Liebe Hifi-/Highend-Freunde,

hier ein Artikel zu diversen Netzkabeln und meinen (subjektiven) Hörerfahrungen damit. Vorab möchte ich einleitend jedoch einige, mir wichtige Dinge klarstellen, weil ich keinen Ärger mit diversen Vertrieben und Händlern haben will sowie keine Grundsatzdiskussionen mit anderen Audiophilen, die „das ganz anders“ sehen.

Das war der Prolog und somit schließt dieser Artikel an denjenigen an, den ich am 6. November 2012 unter „Stromversorgung – kein Voodoo“ gepostet habe. Ja, und ich sage es noch einmal: die Klangverbesserung durch den PS 500V konnte ich nicht verpassen und wie bereits in dem Artikel erwähnt, gab es auch ein Netzkabel von Schnerzinger in Verbindung mit einem Produkt von Herrn Brämer, welche damals noch ohne PS 500V und mit einfacher Naim-Netzleiste, ebenfalls nachvollziehbare Verbesserungen in der Musikalität und deren Abbildung brachten. Allerdings zu einem Preis von 3.500 Euro für zwei Netzkabel! Aber meine Neugier war geweckt und so ging es weiter:

Vorab möchte ich mich bei allen bedanken, die mir die Gelegenheit gegeben haben, Ihre Produkte in meiner Kette zu Hause testen zu können:

Herrn Michael Kellner(Audiophil/München)

Herrn Jörg Klein (Hörgenuss für Audiophile)

Herrn Uwe Heile (Hifi-Sudio in Falkensee)

Herrn Tim Philipps (Euronics Philipps/Haltern)

Um meine Geschäftsbeziehungen zu den Herren kurz klarzustellen:

Meine Lautsprecher habe ich von Herrn Heile erworben, der Hersteller ist Audiophil. Herr Kellner (Geschäftsführer von Audiophil) hat mir die Lautsprecher angeliefert, weil es sich gerade so ergab. Hifi-Studio in Falkensee, ein Tipp für „Audiophile Hörer“. Audiophil, Herr Kellner – eine Klasse für sich. Danke!

Herrn Klein habe ich durch Frank empfohlen bekommen und diese Empfehlung kann ich nur weiter geben. Sehr angenehm! Vielen Dank.

Von Herrn Philipps wollte ich ursprünglich Fischer und Fischer Lautsprecher erwerben. Zum testen hatte ich von ihm die SN 450 (eine Wucht, leider auch in der Dimensionierung – ich bewohne kein Schloss) und die SN 370 erhalten. Die SN 370 wurde von Thomas Fischer persönlich angeliefert. Gekauft habe ich letztendlich den PS 500V bei ihm Herrn Philipps. Ein sehr netter, fairer Hifi-Enthusiast.

Zu den Netzkabeln in chronologischer Reihenfolge, wie ich sie erhalten und getestet habe:

Durch die Erfahrungen mit den Schnerzinger-Netzkabeln, die leider aufgrund des für mich zu hohen „Anschaffungswiderstandsbeiwerts“ nicht in Frage kamen, ergab sich die Gelegenheit, Netzkabel von Audiophil bei mir zu hören. Herr Kellner war in der Region auf Präsentationstour unterwegs und ich konnte einen Termin bei ihm ergattern. Der PS 500V war bereits bei mir eingezogen und Herr Kellner hatte zunächst hauseigene Verbindungen von Audiophil bei mir installiert. Ergebnis: Haptik sehr gut, Flexibilität der Kabel gut, doch die Klangausbeute hätte mich nicht zu einer Investition gereizt. Aber er hätte auch noch Leitungen der Referenzkette (FURUTECH FI-E 38R Schuko-Netzstecker, FURUTECH FI 28 R Schuko-Netzkupplung, FURUTECH Alpha 3) dabei. Ob ich die hören wollte, na klar doch, Herr Kellner, bitte einstöpseln. Und schon ging es los, wow, das war es, was ich wollte. Druckvoll, mit schöner Bühnenpräsenz und bei 3 Netzkabeln etwa halb so teuer wie „Schnerzinger und Co.“ So geht High-End. Klasse. Aber, geht’s vielleicht noch günstiger?

Somit ging die Suche weiter. Herr Klein sandte mir LC-1 und LC-2 Gigawatt-Netzkabel zu (vgl. dazu auch die Erfahrungen von Frank), die mit Endstufen jeglicher Art ohne Zweifel zutreffen werden.

Ich arbeite bei einem großen Energieversorger und kann den Zusammenhang von Leitungslängen, Leistungstransport und Kabelquerschnitt daher sehr wohl einordnen!

Nur bei mir waren die aus Solid Core Strängen bestehenden Verbindungen ungünstig, weil sperrig. Auch klanglich habe ich mir mehr erwartet. Leitungstransport war bei meinem E-250 nicht das Thema. Die Haptik war sehr gut, aber die Flexibilität für mich kaum ausreichend.

Also weitersuchen. So weckten die nachfolgenden Netzkabel mein Interesse: Vovox textura, Kimber PK 14 gold, Heaven Gate Ultra Surpreme, JPS Labs

Beim Test der beiden letztgenannten Produkte (Heaven Gate Ultra Surpreme , JPS Labs) fasse ich mich kurz, da sie wegen ihres Querschnitts, der damit verbundenen geringen Flexibilität und der für mich fehlenden Musikalität nicht in Frage kamen. Wie sie bei Endstufen Leistung transportieren vermag ich nicht zu beurteilen und bin gespannt auf die Erfahrungsberichte anderer. Wegen der Haptik würde ich die Gigawatt-Netzkabel in jedem Fall vorziehen, preislich bestand nahezu kein Unterschied zum LC-2.

Vovox textura und Kimber PK 14 gold fallen da in eine ganz andere Kategorie, sind recht flexibel und von der Haptik her echt klasse. Preislich sehr interessant,  konnten aber beide klanglich nicht ganz an die Audiophil/Furutech-Variante heranreichen.

Silent wire AC 16: toll beworben, super Kritiken in Fachzeitschriften, exzellente Haptik – aber  klanglich ………. Pustekuchen. Klar sind sie besser als „Beipackstrippen“, aber für fast 500 Euro (ein Meter Kabel) muss ich mehr erhalten als exzellente Haptik.

Um mein Ranking hier vorzustellen würde ich, in Abhängigkeit vom Preis das Vovox textura wählen. Preis und Leistung halte ich hier für exzellent.

Phonosophie AG MK2. Für den aufgerufenen Preis eine klasse Verbindung, aber nur für Komponenten, die ein wenig in den Höhen schwächeln. Das Kabel hebt die Höhen, greift also mehr als jedes andere bislang beschriebene Netzkabel in das Klangbild ein, verändert es, manipuliert es. Daher wirkt bei mir alles analytischer, ich aber wollte Klanggewinn, Bühne, Authentizität. Daher für mich trotz hoher Flexibilität ungeeignet, in entsprechenden Anlagenkombinationen aber durchaus eine Empfehlung. Für Accuphase-Besitzer eher nicht.

Furutech Evolution Power II, meine Hoffnung. Oh Mann, ich öffnete den Kartondeckel und dachte: Eine Python! Ich war von den Audiophil-Furutech-Netzkabeln so angetan das ich vermutete, mit den originalkonfektionierten Verbindern genau so gut bedient zu sein und diese bei Bedarf auch besser veräußern zu können. Und – nix. Zitat Herr Kellner (vor meinem Versuch):

„Die Evolution Power II – Netzkabel haben wir neben vielen weiteren Netzkabeln getestet, sie erreichen bei weitem nicht die Qualitäten der von uns ermittelten Kombination von Netzkabeln.“

Nach meinem Test muss ich sagen: „Stimmt. Chapeau!“ Die Kabel waren in meinem Test diejenigen, die extrem sperrig waren. Klanglich waren sie nach den Netzkabeln von Audiophil/Furutech am besten, aber bei vergleichbarem Preis halt doch lange nicht so gut wie diese und eher bei den klanglichen Meriten der Vovox textura angesiedelt.

Mein Fazit: Wer für 2,0 Meter Kabel rund 700 Euro ausgeben kann und möchte, ist mit den Netzkabeln von Audiophil /Furutech bestens bedient. Die Kabel sind höchst musikalisch und recht flexibel.

Nicht vergessen habe ich die Netzkabel Vovox textura und Kimber PK 14 gold. Mein Preis-, Leistungsfavorit ist hier aber klar das Vovox textura. Wenn ich meine PS 500V durch einen PS 510 ersetzten sollte, werden es (für mich) die Vovox textura werden.

Von der Wanddose zum PS 500V wird bei mir erst einmal ein Inakustik AC 1502 zum Super-, Sonder- Schleuderpreis eingesetzt, weil nach dem PS 500V die „Karten“ neu gemischt werden. (Übrigens, das LS 1202 war auch gut, aber extern sperrig, daher musste es dem Jorma Design weichen, aber das Preis-, Leistungsverhältnis stimmte.) Das AC 1502 habe ich noch nicht, wird aber bald kommen. Ich bin gespannt.

Audiophile Grüße

André