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Feb

Über Männermagazine

Männermagazine. Zeitschriften für Frauen sind schlimm: bloß Mode, Promis und Diäten. Aber noch schlimmer sind solche für Männer

Ich besitze ein Buch für Männer. Darin finden sich allerlei Tipps für den modernen, erfolgsorientierten Herrn. Unter anderem wird beschrieben, wie man, falls die Piloten aufgrund von Unpässlichkeiten dazu nicht mehr in der Lage sind, eine Boeing 747 landen kann – eine Situation, in die man ja wirklich jederzeit geraten kann. Und es ist, zugegeben, nicht das schlechteste Gefühl, wenn man, nachdem man den Vogel sauber runtergeholt hat, unter den bewundernden Blicken der Stewardessen seine ermes-Tasche schnappt, sich mit mit einem „War mir ein Vergnügen, man hilft ja gerne, wenn man kann!“ in die VIP-Lounge verabschiedet,  dort eine Cohiba anzündet und sich von der hinreißenden blonden Hostess einen Malt Whisky einschenken lässt. Man hat es sich schließlich verdient.

Mir persönlich wäre einstweilen schon damit geholfen, wenn ich in einer  Männerzeitschrift mal eine Anleitung finden könnte, wie sich die Schultergurte eines Autokindersitzes ohne Zuhilfenahme von schwerem Werkzeug verstellen lassen. Oder wie man Fliesen dübelt. Stattdessen Stylingratschläge, Aufreißtipps, Diäten und, immer und überall  – Bauchübungen! Ja, man könnte den Eindruck gewinnen, dass es sich beim Mann um eine abstoßend eitle, triebgesteuerte Spezies handeln muss, die sich der Ausbildung des Musculus rectus abdominis verschrieben hat, um damit jene scharfen Weiber ins Bett zu bekommen, die im Heftinneren abgebildet sind. Liebe Männer, das nützt aber leider nix:  Frauen stehen auf Piloten.  (Stuttgarter Zeitung)

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