10
Jan

Das Abschiedsprogramm von Honey Pie

Walter will Wellness

Dreißig Jahre gibt es – mit einer neunjährigen Unterbrechung – nun schon das famose Damenterzett Honey Pie, das in dieser Zeit mit beträchtlichem Erfolg die Konzertsäle und Kleinkunstbühnen, Clubs und Mehrzweckhallen im Mittleren Neckarraum und darüber hinaus bespielt, beziehungsweise besungen hat. Da kommt schon allerhand zusammen an Programm, und so konnten die drei Ladies nun für ihr finales Best-of-Programm richtig aus dem Vollen schöpfen. „Bye bye Honey Pie – Das Beste zum Schluss“ lautet der Titel ihres Abschiedsprogramms, bei dessen Premiere im voll besetzten Renitenztheater Annette Heiter, Susanne Schempp und Dorothee Götz das Publikum auf eine Zeitreise durch drei Jahrzehnte Honey-Pie-Historie mitgenommen haben. Zu ihrer Gründungszeit 1985 (damals noch mit Anke Sieloff als Sopranistin) waren heimische Jazzsängerinnen rar gesät – mit Jazztiteln und klassischen Broadwaynummern wie „Sunny Side of the Street“ oder „Somewhere over the rainbow“ stießen sie damals in eine Marktlücke, die mittlerweile freiich längst geschlossen ist. Wenn Honey Pie heute solche Titel singt, wirkt das reichlich brav, ja, in Verbindung mit ihrer minimalistischen Bein-nach-rechts-Bein-nach-links-Choreografie sogar angestaubt. Allein damit hätten sie damals wohl nicht lange durchgehalten, doch die drei Damen haben eben mehr drauf: Witz und Bühnenpräsenz, dazu kommt das Talent zum Komponieren – und so war es ein kleiner, aber logischer Schritt zu dem, was man Musikkabarett nennt. In Nummern wie „Walter will Wellness“, „Spülen“ oder „Wir waren zehn an der Zahl“ kleideten sie Zeitgeistiges und allerlei Alltagskram in Form humoristischer Vokalarrangements und lagen damit voll im Trend. Zum Glück zählt auch Selbstironie zu ihren Qualitäten. Die beweisen sie nicht nur in den launigen Moderationen, sondern auch in Songs wie der Hymne aller (falschen) Blondinen, einer Eloge auf das Bleichmittel Wasserstoffperoxid. So geht es Schlag auf Schlag, der Pianist Bernhard Birk ist ihnen eine mehr als solide pianistische Stütze, und in den Zugaben zeigen die drei nochmal, was sie sängerisch draufhaben: „Operator“, in dem Dorothee Götz mal richtig aufdreht, haben auch Manhattan Transfer nicht fetziger hingelegt. Eigentlich schade, dass es damit nun aus sein soll – wobei: das kann schon noch ein bisschen dauern. 2016 soll das Abschiedsprogramm auf jeden Fall noch gespielt werden. Danach, so heißt es, werde man sehen.  (StZ)

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